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„Manchmal fühl’ ich blassblau“

„Ich fühle in Farben. Manchmal fühl’ ich blassblau, manchmal gelb, manchmal bunt.“ Das sagt Anette Lehmann-Westphal. Aquarelle der Cottbuser Malerin sind derzeit im unteren Foyer des Rathauses am Neumarkt zu sehen. Von Ulrike Elsner

Das Blassblau ist in der Ausstellung den Winterlandschaften vorbehalten. Entstanden sind diese Bilder im vorigen Jahr. Die aktuellen Bilder hingegen sind von einer intensiven Farbigkeit. „Vielleicht liegt es daran, dass ich in letzter Zeit viel Power entwickelt habe“ , mutmaßt die Malerin. Kraft habe sie auch gebraucht für den in Eigenregie bewerkstelligten Ausbau ihrer Wohnung.
Inzwischen ist wieder mehr Zeit zum Malen. Die so genannten hässlichen Ecken der Stadt reizen die Malerin. Sie möchte mit dem Malpinsel die ihnen eigene Schönheit ergründen. Glatte, saubere Fassaden sind für Anette Lehmann-Westphal einfach langweilig. Eine Fassade müsse das Spiel von Licht und Schatten zulassen.
Die Gegensätze haben es ihr angetan: düster und hell, Geheimnis und Wahrheit. Überhaupt: Licht. „Licht ist für mich unheimlich wichtig“ , bekennt Anette Lehmann-Westphal.
Lichtdurchflutet zeigen sich die im vergangenen Jahr entstandenen Winterbilder. Ob „Am Priorgraben“ , beim „Waldspaziergang“ oder in „Branitz“ entstanden - auch hier das Spiel von Licht und Schatten.
Auch der Innenstadt ringt die Malerin immer wieder Geheimnisse ab. So zeigt sich beim Blick von der Bahnhofsbrücke ein Gewirr von Linien und Strukturen. Ein faszinierender Himmel wölbt sich über der Szenerie, der das Farbspiel der Fassade des Stellwerks im Vordergrund aufnimmt.
Warum die Malerin die Aquarell-Technik bevorzugt? „Weil es die Schwierigste ist“ , sagt Anette Lehmann-Westphal. Jedes Bild sei „eine echte Herausforderung“ .
Die Ausstellung „Cottbus.Aquarelle“ wird bis zum 12. Januar in der Rathaus-Galerie gezeigt. Sie ist Teil der Wanderausstellung zum Stadtjubiläum „850 Jahre Cottbus“ , die am Donnerstag, 2. Dezember, 19 Uhr, offiziell eröffnet wird. Neben der Kunstausstellung bietet sie 22 Schautafeln, die verschiedene Themen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadt behandeln.
Bereits im kommenden Jahr soll die Ausstellung an verschiedenen Orten in Deutschland, beispielsweise auf Tourismusmessen, für das 850-jährige Cottbus werben. Themen sind die Entwicklung des Handwerks und der Industrie. Außerdem soll Cottbus als Bildungsstadt, als Verwaltungszentrum und Stadt der Kultur vorgestellt werden.

Service Öffnungszeiten
  Die Ausstellung ist wie das Rathaus montags und mittwochs von 7 bis 15 Uhr, dienstags von 7 bis 17 Uhr, donnerstags von 7 bis 18 Uhr und freitags von 7 bis 13 Uhr geöffnet.