Der Förderkreis für sorbische Volkskultur hatte unter dem Motto „Auf den Spuren von Fritz Lattke“ eingeladen. Künstler aus Bautzen, Weißwasser und Cottbus, aus Drehnow, Klein-Loitz und anderswo malten an ebensolchen Orten der Peitzer Landschaft, die vor ihnen bereits Fritz Lattke auf die Leinwand gebannt hatte. Die Ergebnisse des Pleinair sind mittlerweile in einer Wanderausstellung zu sehen, die am Donnerstagabend im Wendischen Haus eröffnet wurde.
Bis zum 5. Oktober sind die Werke in der August-Bebel-Straße zu besichtigen, anschließend erfreuen sie die Besucher in Bautzen. Manuela Drinkmann, Mitarbeiterin der sorbischen Kulturinformation, sichtlich froh über den regen Zuspruch der Ausstellungseröffnung, begrüßte ihre Gäste selbstredend zweisprachig. Ein kleines kulturelles Programm bildete den anspruchsvollen Rahmen für die Präsentation der Arbeiten. Der lyrische Bariton Gerald Schön, am Flügel begleitet von Mirella Petrova, schöpfte aus dem reichen niedersorbischen Liedgut, trug Liebeslieder vor und besang die landschaftliche Schönheit der Region. Heimatforscher Benno Pötschke skizzierte kenntnisreich und einfühlsam den künstlerischen Lebensweg des bedeutenden sorbischen Malerpoeten Fritz Lattke, der 1895 in Neuendorf bei Peitz geboren wurde und fünfundachtzigjährig verstarb. Erst in den l etzten Jahren, so Pötschke, sei sein künstlerisches Werk wieder in Erinnerung gebracht worden. Oder wie sein Sohn Joachim Lattke auf der Ausstellung anlässlich des 100. Geburtstages 1995 in Cottbus formulierte: „Ein fast Vergessener hat Auferstehung gefeiert.“
Die Laienkünstler ehrten ihn auf ihre Weise, in dem sie Motive und Sujets der Peitzer und Jänschwalder Region,die der Malgegenstand Lattkes war, aufgriffen und in ihrer malerischen Sichtweise und ihrer Maltechnik verarbeiteten. Zusätzliche interessante künstlerische Querverbindungen ergaben sich da, wo auch von den vertretenen Malern selbst Werke mit den gleichen Motiven zu sehen waren. So das schon von Lattke gemalte „Hüttenwerk in Peitz“ von Reiner Franz und Sabine Gutjahr, beide aus Weißwasser; oder von Mario Oschika (Räckelwitz) und Wilfried Schulze (Drehnow) „Hahnrupfen“ . Die Cottbuserin Helene Theurich beteiligt sich mit einer in Öl gemalten sensiblen „Abendlandschaft“ an der Ausstellung.

Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 16.30 Uhr, für Gruppenbesuche nach Anmeldung unter Telefon 0355 48576468 auch am Wochenende. Eintritt frei.