| 19:05 Uhr

Fit durch die fetten Tage
Mal was Gans anderes

Äpfel und Trauben lassen sich bestens braten.
Äpfel und Trauben lassen sich bestens braten. FOTO: Lydia Schauff / LR
Cottbus. Wie es ohne zusätzliche Pfunde über die Feiertage geht, verrät die LR in ihrer Serie „Fit durch die fetten Tage“. Heute gibt es ein gesundes Festtagsmenü. Von Daniel Schauff

Weihnachtszeit ist Schlemmerzeit. Gänsebraten, deftige Soße, Klöße, Rotkohl – ein ordentliches Weihnachtsmenü kann den Kalorienbedarf eines ganzen Tages decken, vielleicht sogar den für zwei. Wissenschaftler gehen aktuellen Studien zufolge davon aus, dass ordentliches Reinhauen über Feiertage ein Plus von bis zu drei Kilo auf die Waage bringen kann. Nicht so schlimm, denken da einige, ist schließlich Weihnachten. Anderen bleibt bei dem Gedanken die Gänsekeule im Halse stecken – zumal unterm Baum doch die neue, knallenge Hose lag.

RUNDSCHAU-Redakteur und Hobbykoch Daniel Schauff bekommt zu Weihnachten zwar aller Wahrscheinlichkeit nach keine knallenge Hose geschenkt, hat sich trotzdem ein paar Gedanken gemacht, wie ein festliches Menü auch im grünen Kalorienbereich zubereitet werden kann. Zugegeben, die eine oder andere Zutat überrascht vielleicht, ein Versuch lohnt sich aber, findet zumindest der Hobbykoch.

Ein Blick in die Kalorientabelle verrät: eine Standardportion Gans wartet mit ordentlichen 850 Kalorien auf, die Soße noch einmal mit rund 200 Kalorien pro Portion. Hühnerbrust kommt mit knapp der Hälfte an Kalorien aus. Heißt: Auch wenn’s anders schmeckt – die Wahl fällt auf die Hühnerbrust. Ein Filet pro Person sollte reichen.

Die Hühnerbrust wird fettarm gebraten, für den festlichen Geschmack am besten in Butterschmalz. Davon braucht es mit der richtigen (beschichteten) Pfanne und der richtigen Temperatur nur wenig, heißt: ist die Pfanne zu kalt, zieht das Fett leicht ins Fleisch, wirft das Fett erste Bläschen, hat’s die richtige Temperatur. Die Hühnerbrust darf so lange braten, bis sie außen goldbraun ist. Ist sie fertig, darf sie sich erst einmal ausruhen, am besten auf einem Bett von Küchenrolle – die nämlich fängt das überschüssige Fett auf.

Schritt zwei: Obst. Das nämlich ist nicht nur gesund, sondern eignet sich auch prima für eine herzhaft-süßliche Soße. Äpfel und Trauben lassen sich bestens braten und geben Fleisch und Beilage einen frisch-süßlichen Geschmack, der sonst von Rotkohl kommt – eine Beilagenportion des Letzeren allerdings kann mit gut und gerne 200 Kalorien zu Buche schlagen. Eine Obst-Tomatensoße kommt insgesamt auf etwas mehr, reicht aber auch für vier Personen. Trauben (500 Gramm für vier Personen) und Äpfel (ein mittelgroßer pro Person) werden geschnitten – die Trauben halbiert, die Äpfel in Stücke. Beides kommt in eine mit Rapsöl erhitzte Pfanne. Das Obst darf nicht braun werden, weil’s dann schnell bitter schmeckt, sollte also höchstens drei bis vier Minuten vor sich hin braten, bevor es mit gestückelten Tomaten aus der Konservendose abgelöscht wird. Für vier Personen sind zwei Dosen (800 Milliliter) nötig.

Die Tomatensoße sollte in der Pfanne nicht aufkochen, sondern bloß erhitzen. Dabei kochen Trauben und Äpfel leicht ein, was noch einmal einen Schub Süße bringt. Heißt: Jetzt muss gegengesteuert werden. Pfeffer und Salz schwächen die obstige Süße ab, sollten sie aber nicht vollends überdecken. Lieber später nach- als jetzt zerwürzen. Eine kleine Prise Zucker muss noch in die Soße, weil sonst die Tomaten nicht nach Tomaten schmecken. Darauf folgt die vielleicht ungewöhnlichste Zutat: Nelkenpulver. Etwa zwei Messerspitzen Nelkenpulver geben der Soße einen besonders runden Geschmack, der einerseits ein wenig an Weihnachten erinnernt, andererseits aber auch ein wenig an die exotischen Küchen aus Vorderasien. Wie auch immer – Nelkenpulver passt perfekt zu Obst und Tomaten und kann geschmacklich dafür sorgen, dass das gesunde Weihnachtsmenü mit einem besonderen Kniff daherkommt.

Die bereits gebratene Hühnerbrust kommt jetzt in die Soße, die nur noch auf kleiner Hitze warm bleibt. In fünf bis zehn Minuten ist sie warm genug ohne nachzugaren – wer lieber kleine Hähnchenstücke hat, schneidet sie Brust einfach in Streifen. Als Beilage passt am besten Reis, aber auch Kartoffeln oder Spätzle passen ideal. Das Gute – die kann man zubereiten, wenn die Soße bereits lange fertig ist. Denn je länger sie handwarm auf dem Herd gehalten wird, desto deutlicher kommen Apfel- und Traubengeschmack sowie Nelken durch.

Summa summarum kommen bei diesem Weihnachtsmenü gerade einmal 600 Kalorien zusammen, weniger als bei einem Teller Spaghetti mit Tomatensoße, ganz klar weniger als beim Gänsemenü mit gut und gerne 2000 Kalorien bei guten Essern. Ob’s die Gans ersetzen kann, sei dahingestellt, Huhn mit Obst-Tomatensoße und Beilage eignet sich allerdings auch prima, um die besagten drei Festtagskilo wieder von der Waage zu streichen.

Fit durch die fetten Tage 2c
Fit durch die fetten Tage 2c FOTO: Sebastian Schubert / LR
Fertig: Die Soße geht zu allen Fleischgerichten und sogar vegetarisch, ganz ohne Getier.
Fertig: Die Soße geht zu allen Fleischgerichten und sogar vegetarisch, ganz ohne Getier. FOTO: Lydia Schauff / LR
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