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Majestäten strahlen um die Wette

Gut gelaunt zeigten sich Apfelkönigin Antonia Lieske (r.) und Teichnixe Jenifer Fiebow beim Treffen der Majestäten.
Gut gelaunt zeigten sich Apfelkönigin Antonia Lieske (r.) und Teichnixe Jenifer Fiebow beim Treffen der Majestäten. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Nach zehntägiger Dauer ist am Montag der Cottbuser Herbstmarkt zu Ende gegangen. Trotz des zusätzlichen Feiertages wurde die Besucherzahl des Vorjahres deutlich unterschritten. Beim gestrigen Majestäten-Treffen herrschte aber großer Andrang zwischen Oberkirchplatz, Altmarkt, Spremberger Straße und Platz am Stadtbrunnen. Ulrike Elsner und Michael Helbig

Trotz des milden Herbstwetters drängten sich die Menschen meist weniger dicht an der Bühne und den Ständen der 55 Händler. "Insgesamt hatten wir rund 100 000 Besucher", schätzte Projektleiterin Manuela Damm von der Veranstaltungsagentur Coex, und damit mindestens 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Grund: Umfangreiche Straßenbauarbeiten in der Innenstadt. "Dass die Straßenbahn nicht zur Oberkirche fährt, spürt man schon", stellte die Projektleiterin fest. Im Vergleich zum Vorjahr sei aber vor allem die Zahl der auswärtigen Besucher geringer gewesen. Die hätten derzeit Probleme, den Weg in die Innenstadt zu finden, oder fürchten Parkplatzprobleme.

Doch am gestrigen Feiertag fiel das kaum ins Gewicht. Viele Besucher flanierten bei schönstem Herbstwetter zwischen den zahlreichen herbstlichen Angeboten. Ein Höhepunkt war zweifellos das Majestäten-Treffen gekrönter Hoheiten. Mit dabei waren das Wendenkönigspaar des Amtes Burg (Tilo und Jenifer Dünnbier), die Kirschkönigin aus Glindow (Anika Wolf), die Straupitzer Leinölfee (Yvonne Schulz), die Lindenkönigin von Lindenau (Helene Günther), die Peitzer Teichnixe (Jenifer Fiebow), die Gubener Apfelkönigin (Antonia Lieske) und die Forster Rosenkönigin (Elisabeth Brusendorff).

Der Burger Wendenkönig Tilo Dünnbier erzählte augenzwinkernd, wie er seine Braut aus Fehrow "geklaut" hat. Ob die Anekdoten wahr sind oder nicht, sei dahin gestellt. Doch Wendenkönig Tilo konnte dem Zuruf aus dem Publikum "Hübsch sieht sie aus" nur strahlend zustimmen.

Auch Kathrin Lieske und Maria-Isabell Thoma aus Guben hatten großen Spaß an der Präsentation der Majestäten. "Die Gubener Apfelkönigin ist meine Tochter. Und da sie noch keinen Führerschein hat, muss eben die Mama ran", erzählte sie lachend. Aber, und darin waren sich die beiden Gubener einig: Die Majestäten sind doch ein echter Hingucker! Außerdem mache bei dem schönen Wetter das Schlendern über den Markt besonders viel Spaß.

Weil der Parkplatz an der Jahnstraße für Besucher frei bleiben sollte, hatte das Tierzelt auf den Oberkirchplatz umziehen müssen. Dort fehlte demzufolge der Platz für die Fahrgeschäfte. Eine kleine Kirmes mit Nostalgie-Riesenrad und Kettenflieger gab es am zweiten Veranstaltungswochenende dennoch, nämlich auf dem Platz am Stadtbrunnen.

Wer sich auf die Veränderungen einließ, konnte manch anregende Stunde auf dem Markt verleben, handwerklich gefertigte Produkte oder gesunde Lebensmittel mit nach Hause nehmen. Die meisten Angebote hatten ihren Ursprung in der Region. Das traf auf die Cottbuser Pantoffeln, die auf dem Altmarkt angeboten wurden, ebenso zu wie auf die Original Spreewälder Erzeugnisse an der Oberkirche.

Gerade für junge Familien war das Tierzelt wieder ein besonderer Anziehungspunkt. Dort konnten Stadtkinder nicht nur Kühe, Schweine, Ponys oder Kaninchen beobachten, sondern auch Wasservögeln beim Schwimmen in einem eigens dafür angelegten Teich zuschauen. Für Viele stand außerdem das Erlebnis des Handwerks im Mittelpunkt. "Immer mehr Besuchern geht es um traditionelle Elemente wie Sauerkrautstampfen, Erntekronenbinden und Butterstampfen", weiß Manuela Damm. Besonders dicht umringt waren die Waschfrauen vom Spiel- und Trachtenverein Briesensee bei Lübben. Mit Temperament und Humor zeigten sie, wie die große Wäsche vor mehr als einem halben Jahrhundert bewältigt werden musste, nämlich mit Holzzuber und Waschbrett.