Die 79-Jährige, die eine ausgezeichnete Erzählerin ist und auch selbst Märchen schreibt, wird am morgigen Samstag zum Spremberger Lichterfest im Café Bierholdt in der Langen Straße Winter- und Nikolausmärchen vortragen. "Ich habe Märchen aus Schweden herausgesucht, aus Holland und aus dem Sorbischen", sagt sie. Um solche Veranstaltungen durchführen zu können, liest Edith Stange nicht nur viele Märchen, "sondern mich interessiert auch ihre Geschichte und die Forschung. Es gibt Märchen, von denen 5000 Varianten auf der Welt erzählt werden. Vom Aschenputtel gibt es etwa 500 Versionen. Und auch die Dornröschen-Märchen sind sehr zahlreich". Während im deutschen Märchen "Hänsel und Gretel" eine böse Mutter agiert, sei diese Frau in der sorbischen Variante gar nicht vorhanden. "Hier ist's nur der Vater, der die Kinder im Wald zurücklässt und sie später aufgeregt sucht", so Edith Stange. Doch viel Forschung wolle sie nicht betreiben, die Besucher sollten die Märchen einfach genießen.

Wie ein Märchen aufgebaut ist, wie sich darin ein Volk widerspiegelt, das sei eher etwas für die Sechstklässler der Heidegrundschule in Sellessen, zu denen sie am 10. Dezember eingeladen ist. Edith Stange gehört zu den Märchenerzählerinnen, die von der Europäischen Märchengesellschaft in Rheine empfohlen werden. ani