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Madlower kämpfen für ihre Mitte

Ron Noack (von links), Wolfgang Bialas und Frank Uhlemann am frisch sanierten Kriegerdenkmal in Madlow.
Ron Noack (von links), Wolfgang Bialas und Frank Uhlemann am frisch sanierten Kriegerdenkmal in Madlow. FOTO: Peggy Kompalla
Madlow. Der Name des Cottbuser Ortsteils Madlow fällt zumeist in Kombination mit Sachsendorf. Doch die Madlower fühlen sich nicht mit dem Neubaugebiet verbunden. Peggy Kompalla

Sie verstehen sich als eingeschworene Dorfgemeinschaft. Doch ihnen fehlt die Beachtung. So empfinden sie es. Einen Ortsbeirat wie die anderen dörflichen Ortsteile - und ab 2019 auch Saspow - hat Madlow nicht. Dabei gilt Madlow mit seinen 1564 Einwohnern offiziell als eigenständiger Ortsteil. Auch wenn es einen Bürgerverein Sachsendorf-Madlow gibt, von ihm fühlen sie sich nicht vertreten.

Das wird bei einem Besuch von Wolfgang Bialas, Michael Schierack und Klaus-Peter Schulze deutlich. Die CDU-Politiker von Stadt, Land und Bund folgen einer Einladung von Frank Uhlemann. Es ist seiner gemeinsamen Initiative mit Evelin Behrendt zu verdanken, dass Madlow noch immer seinen eigenen Friedhof hat. Dank des Engagements der Einwohner konnte er gerettet werden. Doch was den Madlowern fehlt, ist eine Mitte - ein Ort, an dem sie unkompliziert zusammenkommen. "Der Friedhof ist der einzige Anlaufpunkt für uns", sagt Evelin Behrendt. Das Soziokulturelle Zentrum drüben in Sachsendorf sei für die Älteren zu weit entfernt. "Da geht keiner von ihnen hin", bestätigt Silvia Adam.

Im Ort selbst gebe es keinen Verein. Dafür funktioniere die Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr bestens. Ortswehrführer Ron Noack betont: "Wir wollen ein Gemeindeleben schaffen." Doch ihn plagen angesichts der Pläne zur Bildung einer Stützpunktfeuerwehr im Süden von Cottbus einige Sorgen. Das würde bedeuten, dass die Feuerwehr das Gerätehaus übernehmen müsste. "Diese Kosten könnten wir nicht aufbringen", sagt er. Wolfgang Bialas will die Sorgen in die Diskussion um die Stützpunktfeuerwehr mitnehmen, die im September stattfinden. Schließlich ist er auch Chef des Stadtfeuerwehrverbands. Frank Uhlemann betont: "Wir brauchen das Gerätehaus als Bürgerhaus. Wir haben keine Kneipe, keinen Saal. Das ist auch der Grund, warum die Vereine langsam weggestorben sind."

In Sichtweite des Gerätehauses steht das Kriegerdenkmal, das die Gemeinde Madlow für ihre Toten des Ersten Weltkriegs errichtet hatte. Der Sandstein strahlt neuerdings hell. Es ist von Steinmetzmeister Maik Brunzel saniert worden. Ermöglicht haben das unter anderem die Spenden der Madlower, erzählt Frank Uhlemann. Rund 8500 Euro kamen zusammen - inklusive größerer Summen von der Stiftung für Preußisches Kulturerbe und der Sparkasse Spree-Neiße. Wolfgang Bialas berichtet den Madlowern: "Wir haben mit dem Grünflächenamt gesprochen. Das Denkmal solle eine kleine Einfriedung bekommen und zum Volkstrauertag wird es offiziell eingeweiht." Damit seien alle Kriegerdenkmale in den Ortsteilen saniert.