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| 19:36 Uhr

Eisenablagerungen
Wasserlos durch die Nacht

Die LWG spült regelmäßig Trinkwasserhauptleitungen, wie hier in Sandow. Ab 14. Oktober steht nun der Bereich Cottbus-Mitte auf dem Plan.
Die LWG spült regelmäßig Trinkwasserhauptleitungen, wie hier in Sandow. Ab 14. Oktober steht nun der Bereich Cottbus-Mitte auf dem Plan. FOTO: LWG
Cottbus. Die LWG spült Leitungen in Mitte. 14 000 Cottbuser müssen sich darauf einrichten. Von Daniel Schauff

„Das ist schon eine Hausnummer“, sagt Jonas Krause, Technischer Leiter der Lausitzer Wasser GmbH (LWG). Genau genommen sind es Hunderte Hausnummern. Die LWG startet am Sonntagabend mit der Spülung der Trinkwasserleitungen im Stadtteil Mitte. Rund 180 Gewerbekunden, 14 000 Einwohner sind betroffen – und das im wörtlichen Sinne. Denn an den Bewohnern des Stadtteils werden die Arbeiten nicht spurlos vorbeigehen. Man solle während der Spülung möglichst auf Wasserentnahmen verzichten, sagt Krause, keine Wasch- oder Spülmaschinen betreiben. Die nämlich könnten bei Druckabfall schaden nehmen. Wenn möglich, rät der Technische Leiter, sollen Wasservorräte bereitgestellt werden.

Eine Herausforderung, denn die Arbeiten der LWG dauern bis zum 26. Oktober. Das allerdings heißt nicht, dass die Stadtmitte-Bewohner für zwölf Tage ganz auf den Trockenen sitzen. Die LWG wird die Arbeiten nachts durchführen, sagt Krause, genauer: in der Zeit von 22 Uhr bis fünf Uhr morgens. Tagsüber sei die Wasserversorgung uneingeschränkt, sagt Krause.

Eine Herausforderung ist die großflächige Trinkwasserspülung auch für die LWG: „Im betreffenden Gebiet befinden sich zahlreiche Arztpraxen, Kindereinrichtungen, Alten- und Pflegeheime, Restaurants, Bäcker, für die eine hohe Qualität des Trinkwasser eine besondere Bedeutung hat“, sagt Krause. Deshalb seien im Vorfeld unter anderem 130 wassertechnische Anlagen wie Hydranten und Absperreinrichtungen von der LWG geprüft worden, damit gewährleistet sei, dass die Spülung schnell und reibungslos verlaufen könne. Vier LWG-Mitarbeiter sind während der Zeit der Rohrspülungen ständig im Einsatz, um die Arbeiten zu überwachen und bei Problemen schnell reagieren zu können.

Rückblick in den Sommer 2018. Es ist heiß, die LWG schießt Rekordmengen an Trinkwasser durch ihre Leitungen. 30 Millionen Liter Trinkwasser gehen an einem Dienstag im Mai an die Haushalte im LWG-Netz. 18 Millionen Liter sind es bei Durchschnittstemperaturen im Schnitt. Die Folge: Ausreichend Wasser für Duschende und Durstige, gleichzeitig aber auch buchstäblich viel Wirbel in den Wasserrohren. Die Folge: Eisen- und Manganverbindungen lösen sich, können das Wasser braun färben. Nicht nur die LWG, auch die RUNDSCHAU erreichen im Sommer zahlreiche Berichte von Lesern und Wasserkunden, die sich über die braune Brühe beklagen. Gesundheitsgefährdend sei die Verfärbung nicht, wohl aber unangenehm, für den Kunden wie für die LWG, betont Jonas Krause in dieser Woche. Die große Rohrspülung in Mitte soll Abhilfe schaffen. Im Grunde tut die LWG nun absichtlich, was ihre Kunden im Sommer durch die Rekordwasserentnahmen besonders deutlich zu spüren bekommen hatten.

Ganz ausschließen könne die LWG auch deshalb Unannehmlichkeiten trotz aller Vorbereitungen nicht. Die Maßnahme aber sei unumgänglich, sagt der Technische Leiter. Nur so sei weiterhin die Wasserqualität zu halten.

Bei längeren Störungen verweist die LWG auf die Kontaktmöglichkeiten per Telefon, im Internet und auf der Unternehmenswebseite.

Die LWG ist bei Störungen erreichbar unter Telefon 0800 0 594594, per E-Mail an stoerung@lwgnet.de. Infos gibt es auch unter www.lausitzer-wasser.de.

Im Sommer hatte eine Leserin dieses Bild von ihrem Leitungswasser an die LR geschickt.
Im Sommer hatte eine Leserin dieses Bild von ihrem Leitungswasser an die LR geschickt. FOTO: Angiola König