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Feinstaub
Trotz Diesel-Skandals: Bessere Luftqualität in Brandenburg gemessen

Archivbild: Die Luftgütemessstation des Landesumweltamtes in der Cottbuser Bahnhofstraße.
Archivbild: Die Luftgütemessstation des Landesumweltamtes in der Cottbuser Bahnhofstraße. FOTO: Michael Helbig
Potsdam. Feinstaub, Ozon oder Stickoxide - Verkehr und Industrie können für schlechte Luft sorgen. Erste Messergebnisse aus dem vergangenen Jahr deuten aber auf eine Verbesserung hin. dpa/bb

Die Luftqualität in Brandenburg hat sich 2017 nach vorläufigen amtlichen Messdaten überwiegend verbessert. Erstmals liegen auch die beiden Potsdamer Messstellen für Stickstoffdioxid im Jahresmittel unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Sowohl in der Zeppelinstraße als auch in der Großbeerenstraße ergeben sich nun Werte von jeweils 34 Mikrogramm, wie das Landesamt für Umwelt auf Anfrage mitteilte. Die Stadt Potsdam hatte mit einer umstrittenen Reduzierung der Fahrspuren und Tempolimits auf die überhöhten Werte reagiert. Im Vorjahr waren noch Werte von 43 und genau 40 Mikrogramm gemessen worden.

Beim Stickstoffdioxid wurde der EU-Grenzwert nun landesweit eingehalten. Noch relativ hohe Werte gab es mit 31 Mikrogramm in der Leipziger Straße in Frankfurt (Oder) und mit 29 Mikrogramm in der Bahnhofstraße in Cottbus. Den niedrigsten Wert im vergangenen Jahr meldete eine Messstation im Spreewald - mit durchschnittlich 6 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft. Die Daten gelten allerdings noch als vorläufig, weil vereinzelt noch Messwerte fehlten.

In Städten gelten Diesel-Fahrzeuge als wichtigste Verursacher von Stickstoffdioxid (NO2). Das Gas ist in alltäglicher Konzentration vor allem für Asthmatiker ein Problem, weil es die Atemwege reizt. Es kann auf Dauer allerdings auch die Lungenfunktion stören und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Beim Feinstaub gab es vergangenes Jahr dagegen keine Besserung, wie aus Zahlen des Umweltbundesamtes hervorgeht. In der Zeppelinstraße in Potsdam wurde demnach 2017 an zehn Tagen die Menge von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft überschritten, im Vorjahr waren es sieben Tage. Die EU-Richtlinie erlaubt Überschreitungen allerdings an maximal 35 Tagen. An der Leipziger Straße in Frankfurt (Oder) wurde die Menge an 13 Tagen überschritten, im Vorjahr waren es 10 Tage. In Cottbus stieg die Zahl der Überschreitungstage von 12 auf 14.

Beim Ozon zeichnete sich dagegen wie beim Stickstoffdioxid eine Besserung ab. Im Zentrum Potsdams wurde vergangenes Jahr an drei Tagen der zulässige 8-Stunden-Mittelwert überschritten, im Vorjahr waren es 11 Tage. In Frankfurt (Oder) reduzierte sich die Zahl der Tage mit überhöhten Werten von 14 auf 7. In Cottbus wurden in beiden Jahren an zehn Tagen überhöhte Werte gemessen. Das Vorkommen von Luftschadstoffen hängt nicht allein mit dem Ausstoß zusammen, sondern hängt wird auch stark vom jeweiligen Wetter ab.