ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:15 Uhr

Luft-Chauffeure für Kronprinz Alexander

Auch unter Feldbedingungen verstanden es die Techniker der Heeresfliegerstaffel – bis vor kurzem noch in Cottbus stationier –, die Maschinen professionell zu warten.
Auch unter Feldbedingungen verstanden es die Techniker der Heeresfliegerstaffel – bis vor kurzem noch in Cottbus stationier –, die Maschinen professionell zu warten. FOTO: Foto: Sven Gückel
Die Heeresfliegerstaffel – bis vor wenigen Monaten noch in Cottbus stationiert – beteiligte sich an dem Nato-Manöver „Gainful Sword 2003“ bei Babimost in Polen. Mehr als 7000 deutsche, holländische und französische Soldaten trainierten hier bis Ende Oktober für drei Wochen. Im Mittelpunkt stand dabei die 11. Luftbewegliche Brigade der Niederlande mit 4500 Soldaten, die im Rahmen der Übung ihre Einsatzfähigkeit nach Nato-Kriterien beweisen musste. Von Sven Gückel

Major Norman Sterlow war sichtlich zufrieden. Innerhalb weniger Stunden hatte ein Vortrupp seiner Staffel das neue Zeltlager aufgeschlagen, das sich unmittelbar neben der Runway des polnischen Feldflugplatzes Babimost befand. 80 Kilometer im Landesinneren gelegen, war es bereits die zweite Station der Heeresflieger während der internationalen Übung. Nachdem sie anfänglich kaserniert in Jaworze untergebracht waren, galt es nun das Leben im Felde zu exerzieren. Kein Spaziergang bei nächtlichen Temperaturen von zehn Grad minus. Essen aus der Konserve, Flaggenparaden im Scheinwerferlicht und menschliche Bedürfnisse im Dixi ergänzen die Liste des Nichtalltäglichen.
Ihren täglichen Dienst begannen die Soldaten um sieben Uhr morgens mit dem Antreten zum Appell. Anschließend folgte das Briefing der Offiziere im Gefechtsstandzelt. Dabei wurde die Wetterlage der kommenden Stunden und Besonderheiten des Luftverkehrs besprochen. Vor allem Letzteres ist für die Hubschrauberpiloten wichtig. „Eisenhaltige Luft“ nennen sie es, wenn ihre BO 105 gemeinsam mit holländischen Maschinen der Typen Apache, Chinook und Congar oder polnischen MI 8 und MI 17 den Luftraum bevölkern.
Die Aufgabe der deutschen Heeresflieger ist derweil klar umrissen. Sie fungieren als Verbindungsflieger, befördern Generäle, Übungsschiedsrichter und VIPs an jeden gewünschten Ort. Zu den besonderen Fluggästen der Staffel gehörte Hollands Kronprinz Wilhelm Alexander, der sich als niederländischer Offizier und Vorgesetzter seiner Soldaten das Manöver aus der Nähe anschaute.
Das Zeltlager der Bundeswehreinheit unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von bisher bekannten. Eingefasst von Stacheldraht und nur zugänglich durch einen bewachten Checkpoint. Dennoch sei man nicht mehr in kriegerischer Absicht im Einsatz, sondern im Rahmen friedenserhaltender Maßnahmen. So gibt es die Neuausrichtung der Bundeswehr vor. Aufwändiges Tarnen von Objekten und Fahrzeugen entfiel daher bewusst ebenso wie das Einschwärzen der Gesichter. Nach Major Sterlows Worten passt das Feldlager zum erweitertem Aufgabenfeld der Bundeswehr. „Es könnte in gleicher Weise auch in Afghanistan oder anderswo in der Welt stehen.“ Denn auch dort gilt die Devise: offen Flagge zeigen.
Professionalität bewiesen die Deutschen jedoch nicht nur im Bewältigen des Soldatenalltags. Nach 50 Flugstunden musste jede der mitgeführten BO-105 zur Durchsicht. Ölproben wurden durch die Techniker genommen, Triebwerke kontrolliert, die Zelle gecheckt. „Dafür liegt uns ein Wartungsplan vor, den wir konsequent abarbeiten“ , erläutert Oberfeldwebel Alex ander Heide. Erst wenn alle Punkte abgearbeitet sind gibt es das „Maschine klar“ .
Lob und Anerkennung haben die deutschen Heersflieger für ihre geleistete Arbeit von den anderen teilnehmenden Nationen erhalten. „Darauf lässt sich aufbauen“ , so Major Sterlow, der zugleich seine erste Bewährungsprobe als neuer Staffelchef mit Bravour bewältigte.