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| 08:20 Uhr

Der nicht ganz einfache Weg nach Luhmühlen
Elbenwald-Festival startet: Lausitzer machen sich auf den Weg

 Zelt, Schlafsack, Isomatte geschnappt und dann kann es losgehen. Rundschau-Volontärin Josi Japke fährt gemütlich mit dem Auto und hat kein Problem damit, unnötiges Gepäck zu verstauen. Wie sich später herausstellt, ist es auch das einzige, womit sie im Laufe des Tages kein Problem haben wird.
Zelt, Schlafsack, Isomatte geschnappt und dann kann es losgehen. Rundschau-Volontärin Josi Japke fährt gemütlich mit dem Auto und hat kein Problem damit, unnötiges Gepäck zu verstauen. Wie sich später herausstellt, ist es auch das einzige, womit sie im Laufe des Tages kein Problem haben wird. FOTO: LR / Josephine Japke
Cottbus. Hier schlägt das Nerd-Herz höher: Zwei Rundschau-Volontärinnen schauen sich das Elbenwald-Festival bei Lüneburg genauer an. Zuerst müssen die beiden aber hinkommen und das klappt nur bedingt gut. Von Liesa Hellmann und Josephine Japke

Irgendwo auf einer großen Wiese bei Lüneburg: Hunderte junge Menschen flanieren zwischen Zelten, die meisten von ihnen in Bluse und Krawatte. Aber nein, das ist keine Jobmesse für angehende Bänker und Börsenmakler, sondern das Elbenwald-Festival. Hier treffen Mittelalter-Fans auf Harry-Potter-Fanatiker in Schuluniformen. Hier sagen sich Captain Jack Sparrow und Legolas gute Nacht. Auf den Weg haben sich auch die RUNDSCHAU-Volontärinnen Liesa und Josi gemacht – die eine mit der Bahn, die andere mit dem Auto. 13 Uhr wollen sie sich auf dem Festival treffen. Ob das klappt? Lesen Sie selbst!

7 Uhr

Josi, Senftenberg: Der frühe Vogel fängt den Wurm, sagt man gerne. Deshalb klingelte mein Wecker heute auch schon 5.50 Uhr. Ist nicht meine Zeit, aber was tut man nicht alles für das ultimative Festival-Erlebnis. Das Wetter meint es gut mit mir und so starte ich bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Lüneburger Heide. 13 Uhr bin ich mit Liesa auf dem Festival verabredet und das sollte doch zu schaffen sein. Elbenwald, ich komme.

Liesa, Berlin: Es soll ja Menschen geben, die sich früh um sieben in ein Auto setzen, um quer durch Deutschland zu fahren. Ich nehme lieber den Zug und der fährt erst gegen 10 Uhr. Mein Wecker klingelt deshalb auch erst in einer guten Stunde.

9 Uhr

Josi, Königs Wusterhausen: Erster Stopp bei meinen Eltern im Berliner Speckgürtel. Da liegen liegen mein Zelt, Schlafsack und meine Isomatte – direkt daneben: ein einzelnes Dosenbier. Meine Eltern meinen es anscheinend gut mit mir. Kurze Zeit später muss ich mich schon das erste mal entscheiden, auf welchen Stau ich eher Lust habe: Den im südlichen Berliner Ring, der derzeit eine einzige Baustelle ist. Oder doch lieber auf den im Berliner Stadtverkehr. Ich entscheide mich für die Route quer durch Berlin. Und natürlich war das die falsche Entscheidung: Drei Staus durch drei Unfälle später, renne ich der Zeit schon jetzt ziemlich hinterher. Liesa hat es da vermutlich um einiges entspannter.

 Ich packe meinen Koffer, genauer gesagt meinen Rucksack. Nicht fehlen dürfen Schlafsack, Isomatte, Kleidung und natürlich Schokolade.
Ich packe meinen Koffer, genauer gesagt meinen Rucksack. Nicht fehlen dürfen Schlafsack, Isomatte, Kleidung und natürlich Schokolade. FOTO: LR / Liesa Hellmann

Liesa, Berlin: Bisher klappt alles wie am Schnürchen. Andererseits bin ich erst seit drei Minuten unterwegs, im ersten von insgesamt fünf verschiedenen Verkehrsmitteln, die mich bis nach Luhmühlen bringen sollen. Gerade fahre ich mit der U-Bahn zur Friedrichstraße, von dort geht es mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof, wo hoffentlich der ICE wartet, mit dem ich dann nach Hamburg fahre. Noch habe ich mit meinem Wanderrucksack noch niemanden unabsichtlich zu Fall oder zumindest aus dem Gleichgewicht gebracht. Bei gerade einmal zwei gefahren Stationen ist das allerdings auch keine Kunst.

11 Uhr

Josi, Raststätte Walsleben auf der A24: Erste Toiletten-Pause und die habe ich mir langsam ziemlich verdient. Eigentlich wollte ich schon viel weiter sein und so langsam denke ich auch, dass öffentliche Verkehrsmittel wesentlich entspannter sind. Der Frust steigt, weil ich zudem die ersten Verluste erleiden musste: Meine Sonnenbrille ist zerbrochen. Na toll. Nur wenige Minuten später stellt sich heraus, dass das auch nicht schlimm ist, denn plötzlich gießt es aus allen Eimer. Das kann was werden.

Liesa, irgendwo zwischen Berlin Spandau und Hamburg: Wir stehen mitten auf der Strecke. Planmäßig hält der ICE zwischen Berlin und Hamburg eigentlich nicht. Dann die Durchsage: Bisher acht Minuten Verspätung. Dabei stand der Morgen bisher im Zeichen der Pünktlichkeit: Die U-Bahn war pünktlich (kommt meistens vor, ich habe trotzdem zwei Bahnen als Puffer eingeplant), ich war pünktlich (kommt manchmal vor und ist der eigentliche Grund der zwei Pufferbahnen), der ICE war pünktlich (kommt auch vor). In 32 Minuten sollte ich in Hamburg sein und so langsam wage ich zu behaupten, dass meine Anreise stressfreier und entspannter als Josis wird.

13 Uhr

Josi, Lauenburg/Elbe: So, es ist 13 Uhr und ich bin in Lauenburg – das ist aber nicht Luhmühlen. Bis zum dortigen Eventpark ist es nochmal eine Stunde Fahrtzeit. Ich komme also zu spät. Liesa, tut mir echt leid, wenn du warten musst!

Liesa, Lüneburg: Vor zwanzig Minuten bin ich mit dem Regionalzug in Lüneburg angekommen. Von hier fährt stündlich ein Shuttle zum Festivalgelände. Wo der abfährt, ist nicht zu übersehen: Gut 50 junge Menschen mit charakteristischem Gepäck (Wurfzelte, Umhänge, Zauberstäbe) warten schon auf den Bus. Der sollte eigentlich genau jetzt abfahren, ist aber weit und breit nicht in Sicht.

14 Uhr, Luhmühlen

Mit ganzen sieben Minuten Vorsprung kam Liesa zuerst auf dem Festivalgelände an. Zwar nicht wie geplant um 13 Uhr, aber immerhin eher als Josi.

 Mit einer Stunde Verspätung haben Josi (l.) und Liesa es geschafft. Mit einer Stunde Verspätung treffen sie sich in Luhmühlen auf dem Elbenwald-Festival. Die nächsten drei Tage lernen sie Orks, Elben und Zauberer aus nächster Nähe kennen.
Mit einer Stunde Verspätung haben Josi (l.) und Liesa es geschafft. Mit einer Stunde Verspätung treffen sie sich in Luhmühlen auf dem Elbenwald-Festival. Die nächsten drei Tage lernen sie Orks, Elben und Zauberer aus nächster Nähe kennen. FOTO: LR / Josephine Japke