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| 16:56 Uhr

Cottbus
Löschteich in Nutzberg als Todesfalle

FOTO: Peggy Kompalla / LR
Kahren. Vier Katzen sind in diesem Jahr bereits in dem Wasserspeicher ertrunken. Nun soll ein Ausstieg den Tieren in Not helfen. Von Peggy Kompalla

Nutzberg ist ein romantischer Flecken. Die wenigen Häuser sind umgeben von Wald, Felder schließen sich gleich an. Doch in dem Idyll haben sich in diesem Jahr bereits Dramen abgespielt. Im frisch sanierten Feuerlöschteich ertranken in den ersten anderthalb Monaten dieses Jahres bereits vier Katzen. Das Gewässer wurde für sie zur Todesfalle.

Kahrens Ortsvorsteher Jürgen Lehmann besprach das Problem in der vergangenen Woche mit der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes. Er erklärt: „Der Löschteich ist wichtig für Nutzberg.“ Im Herbst 2017 wurde der Wasserspeicher saniert. Was der Sicherheit der Menschen dient, ist allerdings für wilde oder frei laufende Tiere lebensgefährlich. An Menschen, die unfreiwillig in das Gewässer geraten, ist indes gedacht. Für sie spannt sich eine Rettungsleine über den Teich. An ihr können sie sich festhalten und an den Rand hangeln.

Dr. Annett Stange ist die Leiterin des Tierschutzligadorfs in Groß Döbbern. Sie erklärt das Problem, das Tiere mit dem Löschteich haben. „Der Wasserspiegel reicht nicht bis zum Betonrand, sondern ist etwa 30 Zentimeter niedriger.“ Damit ist die Folie freigelegt, mit der das Gewässer ausgelegt ist. „Die Tiere wollen trinken und rutschen ins Wasser, weil sie auf der Folie keinen Halt finden.“ Genau das ist auch das Problem, wenn sich die Tiere aus der misslichen Lage retten wollen. Sie rutschen immer wieder ab und ertrinken schließlich jämmerlich. Die Tierschützerin ergänzt: „Dabei ist es recht einfach, das zu verhindern. Ein einfaches Brett, etwa 20 bis 25 Zentimeter breit, mit Querverstrebungen reicht aus.“

Genau solch eine Ausstiegshilfe – sie sieht aus wie eine hölzerne Treppe – haben die Kahrener Feuerwehrleute gebaut und am Montagvormittag im Löschteich angebracht. Das berichtet Jürgen Lehmann. „Ein Feuerwehrmann, der in Nutzberg lebt, wird den Löschteich jetzt regelmäßig kontrollieren“, verspricht der Ortsvorsteher.

Der Teich ist mit Maschendraht eingezäunt. Kleine Tiere finden trotzdem immer Schlupflöcher. Die kleine Holztreppe ragt nun bis zum Boden des Löschteichs und ist am Zaun befestigt, so dass sie nicht hineinrutscht, wenn sich ein Tier daran heraushangeln will.

Tierschützerin Annett Stange zufolge werden auch Swimmingpools regelmäßig zu Todesfallen: „Das ist ein allgemeines Problem im Winter, wenn das Wasser zu einem Großteil abgelassen wird. Auch dort empfiehlt es sich aus Sicherheitsgründen, immer eine Ausstiegshilfe hineinzustellen.“