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Literarische Kostbarkeiten

Dorothea Kleine wurde durch sensible Unterhaltungsromane, Krimis und als Fernsehautorin bekannt.
Dorothea Kleine wurde durch sensible Unterhaltungsromane, Krimis und als Fernsehautorin bekannt. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Über die Stadtgrenzen hinweg hat sich die Bücherei Sandow zu einem Anziehungspunkt für die Lesefreunde in Cottbus entwickelt. Auch für dieses Jahr hat sich der Kulturverein wieder jede Menge einfallen lassen. Die Veranstaltungshöhepunkte des ersten Halbjahres: red/dst

Am Donnerstag, 9. Februar, 17 Uhr, wird Jutta Schlott, eine ehemalige Cottbuserin, jetzt aus Schwerin zur Autorenlesung begrüßt. Sie gestaltet auch die "Kleine Galerie" mit ihren Fotos und liest aus ihrem Tagebuch: "Blauer Mond September". Seit vielen Jahren wandert Jutta Schlott im Spätsommer durch die Landschaft am Malchiner See zu Fuß durch die Mecklenburgische Schweiz. Sie erzählt vom Fischadler, von Starenschwärmen, Rottweilern und Zeugnissen der Bodenreform. Auf dem Friedhof in Bülow steht sie vor Grabmalen für Bessarabier. Sie erkundet alte und neue Schlösser. Vor allem aber sind es Begegnungen mit Menschen, die den Text prägen.

Am 6. März wollen die Bibliotheksverantwortliche mit Freunden am Grab von Dorothea Kleine (1928 - 2010) zu ihrem Geburtstag an sie erinnern. Eine wunderbare Idee, die der bekannte Cottbuser Schauspieler Michael Becker anlässlich einer Veranstaltung im April vergangenen Jahres zum Thema "Liebeserklärung an Bücher, die nie ausgeliehen werden" vorschlug.

Am Donnerstag, 9. März, 17 Uhr, ist anlässlich der 27. Brandenburgischen Frauenwoche in der Bücherei die ehemalige brandenburgische Ministerin Anita Tack, Mitglied des Landtages, zu Gast. Sie stellt ihr Buch "Enkeltauglich" vor. Im Zentrum der Veranstaltung stehen wie: Was meint sie mit "Enkeltauglichkeit" - welch hoher Anspruch! - und was hat es mit dem Ministerium für Lebensqualität auf sich; wessen Idee war das und warum gibt es das nicht mehr? Machen Frauen Politik wirklich anders? Zudem soll Anita Tack über fünf Ministerinnenjahre und Ungewohntes in der Politik Auskunft geben. Eine Diskussionsrunde gemeinsam mit den Cottbuser Linken. Begleitet wird diese Veranstaltung durch die Bilder-Ausstellung von Ines May und ihrer Enkelin von den Mittwochsmalern der Gubener Kunstgilde in der "Kleinen Galerie".

Am Donnerstag, 20. April, 17 Uhr, ist die Carl-Blechen-Gesellschaft in Sandow zu Gast. Thema ist der bedeutendste Landschaftsmaler in der deutschen Kunst. Blechen malte mit dem Hang zum Abgründigen, skizzenhaft, mit lockerem Pinselstrich romantische Landschaften in freizügiger Farbbehandlung. Ihn faszinierte die verwilderte, unberührte Landschaft, nicht die durch Menschen gestaltete und gezähmte Natur. Er galt als Wegbereiter des Realismus. Am 29. Juli 1798 geboren, verstarb er 1840, viel zu früh. Erst spät, 1906 in der Deutschen Jahrhundertausstellung in der Berliner Nationalgalerie fand er eine umfangreiche Anerkennung. Für seine Geburtsstadt Cottbus war es ab 1913 verpflichtend, der Öffentlichkeit sein Leben und sein Werk in einer Sammlung näher zu bringen. Es geht auf eine spannende Reise an die Amalfi-Küste und zu Orten in Cottbus, die Carl Blechen besonders nahe standen.

In Kooperation mit dem Piccolo Theater lädt die Bibliothek am Samstag, 13. Mai, 19 Uhr, in das Jugendtheater ein. Dann heißt es "Holt die Bücher aus dem Feuer". Die Lesung erinnert an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 durch die Faschisten in vielen Orten in Deutschland.

Am Donnerstag, 18. Mai, steht um 17 Uhr das letzte Buch von Dorothea Kleine "Geh nicht so fügsam in die dunkle Nacht" im Fokus. Diese Biografie konnte sie nicht mehr vollenden. Darüber spricht ihre Nichte Susanne Lüders, die Herausgeberin. Sie liest daraus vor. "Geh nicht so fügsam in die dunkle Nacht" stammt aus einem Gedicht von Dylan Thomas, in dem er sich gegen das Älterwerden und Sterben auflehnt. Dorothea Kleine hatte auch diese Zeilen notiert.

www.buecherei-sandow.de

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