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Nahverkehr
Linke will mehr Geld für Straßenbahnen

Die Bahnen in Cottbus sind mehr als 30 Jahre alt.
Die Bahnen in Cottbus sind mehr als 30 Jahre alt. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Cottbus. Cottbuser Ortsverband fordert eine höhere Beteiligung des Landes an Neuanschaffung von Fahrzeugen. Von Peggy Kompalla

Die Cottbuser Linke hat auf dem Landesparteitag am Wochenende ihre Forderung nach einer höheren Beteiligung des Landes Brandenburg an der Neuanschaffung von Straßenbahnen durchgesetzt. Darüber informiert Ortsverbandschef Eberhard Richter. Demnach wird die Linke-Fraktion beauftragt, sich dafür einzusetzen, dass sich das Land Brandenburg künftig mit 50 Prozent am Fahrzeug-Neukauf beteiligt. „Der Antrag wurde ohne Gegenstimmen angenommen“, so Richter. Die Linke ist im Potsdamer Landtag die zweitstärkste Fraktion und stellt mit der SPD die Landesregierung.

Cottbusverkehrchef Ralf Thalmann nimmt den Vorstoß positiv zur Kenntnis. „Dass wir dringend neue Fahrzeuge beschaffen müssen, um den Herausforderungen hinsichtlich Kapazität und Barrierefreiheit gewachsen zu sein, ist kein Geheimnis“, kommentiert er. „Daher würden wir natürlich jede Maßnahme vonseiten des Landes begrüßen, die die Finanzierung der Neubeschaffung stützt und gleichzeitig die Stadt und uns als kommunales Unternehmen entlastet.“

Die Straßenbahnen in Cottbus sind im Schnitt 31 Jahre alt und entsprechen kaum den Anforderungen an die Barrierefreiheit. Die wird aber gesetzlich vorgeschrieben und muss bis spätestens zum Jahr 2022 umgesetzt sein. Um die 20 überalterten Fahrzeuge zu ersetzen, bräuchte Cottbusverkehr 45 Millionen Euro. Die Landesregierung hat unterdessen eine Förderung von 48 Millionen Euro für das gesamte Land aufgelegt, wovon allerdings in Cottbus nur rund 6,5 Millionen Euro ankommen. Derzeit arbeiten die Verkehrsbetriebe in Cottbus, Frankfurt (Oder) und Brandenburg an der Havel an einer gemeinsamen Fahrzeug-Bestellung.

Eberhard Richter betont: „Die Linke Brandenburg setzt sich dafür ein, dass zeitnah eine Lösung gefunden wird und die Landesregierung gemeinsam mit den betroffenen Städten den Fuhrpark erneuert.“ Neuanschaffungen von Straßenbahnen werden in den ostdeutschen Bundesländern sehr unterschiedlich gefördert. Der Freistaat Thüringen beteiligt sich mit bis zu 70 Prozent an den Kosten, in Sachsen sind es 50 Prozent.

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