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| 18:16 Uhr

Astrid-Lindgren-Grundschule
Schmuckes Trio in Grün-Grau

So soll die Astrid-Lindgren-Grundschule einmal aussehen
So soll die Astrid-Lindgren-Grundschule einmal aussehen FOTO: Hampelkotzur
Cottbus. Sanierung der Astrid-Lindgren-Grundschule ist der derzeit größte Cottbuser Schulbau. Von Ulrike Elsner

Das moderne Kreativzentrum mit der frischen grün-weiß-gestreiften Fassade am Cottbuser Nordrand gibt einen Vorgeschmack auf die sanierte Astrid-Lindgren-Grundschule. Zur Zeit läuft hier das größte Schulbauprojekt der Stadt. Bis sie ihr Schulgebäude einschließlich einer nagelneuen Turnhalle beziehen können,  müssen sich die 430 Schüler, die  zurzeit im alten Steenbeck-Gymnasium in Sandow unterrichtet werden, allerdings noch ein wenig gedulden. „Der Umzug ist in den Osterferien 2019 geplant“, berichtet Thomas Heine vom Fachbereich Immobilien der Stadt. Und dabei soll es auch bleiben. Bis jetzt liegen die Bauleute gut im Plan, berichtet Bauleiter Martin Adamscheck vom Büro Hampel Kotzur und Kollegen.    

6,8 Millionen Euro werden in die energetische Sanierung des Schulgebäudes, die Errichtung eines Anbaus mit sechs Klassenräumen und die Neugestaltung der Freianlagen investiert. Die Stadt hat dafür eine hundertprozentige Förderung erhalten. Der rund 2,5 Millionen Euro teure Sporthallenneubau wird zu 90 Prozent gefördert wird. Die restlichen zehn Prozent kommen aus dem Haushalt der Stadt.

Die barrierefreie und energetisch optimierte Turnhalle mit einer Fläche von etwa 650 Quadratmetern steht bereits im Rohbau und soll bis zum Jahresende fertiggestellt werden. „Neben einem großen Multifunktionsraum entstehen ein Vereinszimmer und ein Gymnastikraum“, erläutert Architekt Christoph Schulze vom Büro mayerwittig Architekten und Stadtplaner.  Die Sportgeräte können, wenn sie nicht benötigt werden, einfach in die Wand geschoben werden. Ein langes Fensterband bietet Ein- wie Ausblicke.

Das vorhandene Schulhaus, der entstehende Anbau und die Turnhalle sollen ein schmuckes Trio bilden, das das Gestaltungskonzept des bestehenden Kreativzentrums aufnimmt und variiert. Die vorhandenen Fenster im Hauptgebäude mit ihren markanten grünen Rahmen bleiben erhalten. Im Kontrast dazu sollen beim Neubau Grautöne dominieren. Sechs zusätzliche Klassenzimmer finden im Anbau Platz.

Der Montessori-Zweig der Lindgren-Schule stellt besondere Anforderungen an die Planung. „Die Räume mussten so konzipiert werden, dass die Schüler den Unterricht gemeinsam beginnen und sich danach frei im Haus bewegen können“, erläutert Architekt Tobias Keßler von Hampel Kotzur und Kollegen. Damit auch auf den Fußböden gearbeitet werden kann, werden einige Bereiche mit Teppichen ausgestattet. In den Pausenräumen entstehen Lerninseln mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten.

Was alle, die mit der sanierungsbedürftigen Schule vertraut waren, vielleicht am meisten überrascht, ist die völlig veränderte Eingangssituation. „Der Zugang wandert nach hinten“, erläutert Christoph Schulze. „Dafür zieht die Schulverwaltung in den früheren Eingangsbereich“, ergänzt Thomas Heine. Wodurch nicht nur weiterer Raum für den Unterricht geschaffen, sondern auch die Sicherheit  erhöht wird. Die Schule ist nur noch über den Hof zu erreichen, statt der bisherigen drei gibt es nur noch zwei Ein- und Ausgänge.

Spürbar aufgewertet werden sollen auch die Außenanlagen. „Der vorhandene Baumhain und Spielanlagen werden ergänzt“, erläutert Tobias Keßler. „Eine Laufbahn entsteht und Hochbeete werden aufgestellt.“ An der Nordwestseite des Anbaus soll zudem das Untergeschoss in einen Lichthof münden. Es wird zum Erdgeschoss, was ein grünes Klassenzimmer möglich macht.

Das alte Schulgebäude, baugleich mit der Fröbel-Grundschule, sei bereits im vergangenen Jahr völlig entkernt worden, berichtet Bauleiter Adamscheck. Fußböden und Wände werden jetzt erneuert und Akustikdecken eingebaut. Zudem werde durch energetische Sanierung der Ressourcenverbrauch wesentlich gesenkt, ergänzt Tobias Keßler. So funktioniert die Frischluftzufuhr in den Klassenzimmern auch bei geschlossenen Fenstern. Die Beleuchtung ändert sich in Abhängigkeit vom Tageslicht automatisch.

Das Planer-Architekten-Bauleiter-Quartett, das die RUNDSCHAU  auf der Baustelle getroffen hat, ist sich einig: „Jedes Schulbauprojekt ist etwas Besonderes. Und es macht Spaß, dabei immer wieder Neues auszuprobieren.“