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| 05:57 Uhr

Produktion in Dahlewitz eingestellt
Lila-Bäcker-Filialen schließen

 Die Lila-Bäcker-Mitarbeiterinnen Anja R. (links) und Monika E. haben am Donnerstag von der Schließung ihrer Filiale (Gallinchener Hauptstraße 4) in Cottbus erfahren.
Die Lila-Bäcker-Mitarbeiterinnen Anja R. (links) und Monika E. haben am Donnerstag von der Schließung ihrer Filiale (Gallinchener Hauptstraße 4) in Cottbus erfahren. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau / Frank Hilbert
Cottbus. Hiobsbotschaft für die Angestellten der Bäckereikette Lila Bäcker in der Lausitz. Die Filialen in Cottbus wurden geschlossen, die Mitarbeiter freigestellt. Vor wenigen Tagen hatte der Insolvenzverwalter noch gute Nachrichten.

Nach RUNDSCHAU-Informationen sind die Lila-Bäcker-Filialen in Cottbus seit Donnerstagnachmittag geschlossen. Die Angestellten wurden mit sofortiger Wirkung widerruflich freigestellt, ob sie ihr Gehalt für diesen Monat erhalten, wissen sie nicht. Erfahren haben sie von der Schließung per Fax.

Damit stehen hier zwölf Mitarbeiterinnen vor einer ungewissen Zukunft. Eine von Ihnen sagt: „Es gab keine persönlichen Gespräche, wie es weitergehen soll und wir erreichen auch niemand. Wir haben nur das Fax.“ Dabei dabei hätten die Cottbuser Filialen gute Umsätze gebracht. Es gäbe viele Stammkunden und auch diese wollten nun natürlich wissen, wie es weitergeht.

 Die Filiale von Lila Bäcker im Netto-Markt in Gallinchen.
Die Filiale von Lila Bäcker im Netto-Markt in Gallinchen. FOTO: Frank Hilbert

Nach einem Bericht der Märkischen Allgemeine soll auch die Peitzer Filiale von der Schließung betroffen sein. In der Burger Filiale ist am Donnerstag kein Fax eingetroffen. Dort geht der Betrieb zu den normalen Öffnungszeiten weiter, hieß es auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Lila-Bäcker-Gläubiger stimmen Konzept zu

Noch am Dienstag hieß es, dass die insolvente Bäckereikette „Lila Bäcker“ mit Hauptsitz in Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald) die Produktion und den Vertrieb weiterführen kann. Die Gläubigerausschüsse hätten dem Konzept der Geldgeber - dem Vernehmen nach mehrere Banken - zugestimmt.

Diese Entscheidung sei ein wichtiger Schritt zum Erhalt der Unternehmensgruppe, teilte Insolvenzverwalter Rolf Rattunde in Berlin mit. „Wir können also unsere Kunden weiterhin bedienen und hoffen auf ihr Vertrauen. Ebenso vertrauen wir auf das Engagement aller Mitarbeiter“, betonte Rattunde.

Das Wirtschaftsministerium in Schwerin bestätigte, dass die beteiligten Banken eine Kreditbürgschaft des Landes beantragt haben, machte zur Höhe aber keine Angaben. Unbestätigten Angaben zufolge soll es um eine Bürgschaft über rund neun Millionen Euro gehen.

Insolvenzverfahren gegen Lila Bäcker

Die Kette hatte im Januar 2019 Insolvenz angemeldet, das Verfahren war im April eröffnet worden. Dem Vernehmen nach hatte sich Firmengründer Volker Schülke um eine Übernahme bemüht, kam aber nicht zum Zug.

Laut Rattunde hob das Amtsgericht Neubrandenburg nach dem Ende der Investorensuche Ende Mai auf Antrag der aktuellen Geschäftsführung die seit Januar laufende Eigenverwaltung auf und ernannte ihn zum Insolvenzverwalter.

(csc/fh/noc)