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Lieder von Christi Auferstehung

Der Frauenchor Heinersbrück hat am Ostersonntag die Botschaft von der Auferstehung Jesus Christus mit sechs Liedern in deutscher und wendischer Sprache jeweils vor der Kirche in Heinersbrück, der Glocke in Bärenbrück sowie an der Kirche in Neuendorf und an der Feuerwehr in Maust verkündet.
Der Frauenchor Heinersbrück hat am Ostersonntag die Botschaft von der Auferstehung Jesus Christus mit sechs Liedern in deutscher und wendischer Sprache jeweils vor der Kirche in Heinersbrück, der Glocke in Bärenbrück sowie an der Kirche in Neuendorf und an der Feuerwehr in Maust verkündet. FOTO: Hirche/jul1
Heinersbrück/Teichland. Eine Ostertradition wurde in Heinersbrück und Teichland erfolgreich fortgesetzt. Bereits zum vierten Mal gab es am Sonntag das Ostersingen in Heinersbrück, Bärenbrück, Neuendorf und Maust. Marion Hirche/jul1

In ihrer feierlichen Chortracht, der Ostersonntag-Kirchgangstracht angepasst, sangen die Mitglieder des Heinersbrücker Frauenchores von der frohen Botschaft über die Auferstehung von Jesus Christus nach seiner Kreuzigung am Karfreitag: "Doch nun ist er erstanden".

Mit sechs Liedern in deutscher und wendischer Sprache gaben die Frauen ihrer Freude über den Frühling und die Auferstehung des Herrn Ausdruck. Gesungen wurde vor der Kirche in Heinersbrück, an der Glocke in Bärenbrück, an der Kirche in Neuendorf und an der Feuerwehr in Maust. "Bei der Premiere vor vier Jahren gab es nur in Heinersbrück das Singen. Jetzt haben wir aber zum dritten Mal die Teichlandgemeinden dazugenommen, weil unsere Mitglieder auch dort zuhause sind", war von Chorleiterin Simone Beermann zu erfahren. Die älteste in den Chorreihen war Anni Just. Die 79-Jährige kennt das Ostersingen aus ihrer Jugendzeit: "Als junge Mädchen haben wir Früh um 6 Uhr und Mittag um 14 Uhr sogar zweimal in Heinersbrück gesungen", erinnerte sich die Seniorin. Ihr fiel es auch überhaupt nicht schwer, den wendischen Text der Lieder zu formulieren.

"Ich verstehe noch fast alles, aber das Sätzeformen fällt mir doch schwer, denn man ist einfach nicht mehr im Wendisch sprechen drin." Auch Gisela Weisgerber konnte sich noch gut an die frühere Ostertradition der jungen Mädchen erinnern. Im Gegensatz zu Anni Just hat die Jüngste im Chor, die 36-jährige Sabine Herold aus Maust, keine wendischen Vorfahren. Dennoch trug sie am Sonntag die weiße Haube, den grünen Rock, die schwarze Schürze, die schwarze Polkajacke mit stolz. "Ich schneidere Trachten selbst, diese hier seltener, aber die wendische Festtagstracht ist wieder sehr gefragt."

An allen vier Orten hatten die Sängerinnen treue Zuhörer, wenn auch nicht allzu viele. In Heinersbrück lauschte Marie Gröschke: "Ich finde das sehr schön, die Lieder kenne ich noch von früher. Das Alte kommt zum Glück wieder."

Joachim Simmula in Bärenbrück erinnerte sich an eine Tradition im alten Kirchenkreis Groß Lieskow, zu dem auch Bärenbrück dazu gehörte: "Das haben die Frauen am Karfreitag gesungen und der Posaunenchor hat am Ostersonntag in aller Frühe in allen Orten gespielt. Da wurde noch mit dem Fahrrad von Ort zu Ort gefahren."

Jetzt gelangten die Sängerinnen mit zwei Kleinbussen von Dorf zu Dorf und nach Maust. "Da geht es ab nach Hause, da wartet schon die Familie, es ist alles vorbereitet", meinte Anni Just zufrieden.