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| 17:45 Uhr

Lichtkunst-Aktion
Altmarkt leuchtet in Pink und Blau

 Als Präsent zum Tierpark-Geburtstag hat der Lichtkünstler den Altmarkt in Farbe getaucht. Mehr Bilder auf www.lr-online.de/bilder.
Als Präsent zum Tierpark-Geburtstag hat der Lichtkünstler den Altmarkt in Farbe getaucht. Mehr Bilder auf www.lr-online.de/bilder. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Lichtspektakel von Jörn Hanitzsch wirbt für „Nachts im Tierpark“. Am Rande wird Kritik laut. Von Michael Helbig und Andrea Hilscher

In ein geheimnisvolles Licht zu den Klängen sphärischer Musik hat der Cottbuser Lichtkünstler Jörn Hanitzsch den Altmarkt am Freitag- und Samstagabend getaucht. Dazu waren rund 600 Meter Lichtschläuche verlegt worden. Unter dem Motto „Präsent zum Event“ hatte er 14 Lichtskulpturen, darunter auch erstmals die „Wächter der Zeit“ des Linzer Künstlers Manfred Kielnhofer, installiert und die Besucher zum Verweilen eingeladen. Gemeinsam mit dem Tierpark-Förderverein machte Hanitzsch auf die fünfte Veranstaltung „Nachts im Tierpark“ aufmerksam.

Während die Passanten trotz strömenden Regens staunend zwischen den Lichtskulpturen umherwandelten, freute sich Hanitzsch, der auch deutschlandweit und darüber hinaus mit seinen Lichtinstallationen die Besucher verzaubert, über die große Resonanz: „Ich will die Menschen zusammenbringen und sie zum Beispiel mit der Europaplastik dazu animieren, die Dinge im Spiegel zu betrachten und über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Viele sagen, das hätten sie hier in der Stadt gar nicht erwartet, und ich finde, oft wird die Stadt einfach unterschätzt.“ Er fordert auf: „Lasst uns einfach gemeinsam etwas machen – also auch zu Pfingsten wieder ganz in Familie einen entspannten Abend im Tierpark bei geheimnisvollem Licht verbringen.“

Über die Unterstützung durch den Lichtkünstler Jörn Hanitzsch freute sich Dr. Helmut Schmidt, der Vorsitzende des Fördervereins des Cottbuser Tierparks: „Wir nutzen den heutigen Abend, um für unsere diesjährige Tierparknacht zu werben, um vielleicht neue Fördervereinsmitglieder zu gewinnen und natürlich auch, um Spenden zu sammeln. Diese sollen diesmal für den Umbau und die Erweiterung der Afrika-Anlage und die Anschaffung eines jungen Kamelpaares genutzt werden.“

Zu jenen, die einen Obolus in die Spendenbüchsen warfen, gehörte auch Martina Schaar aus Cottbus, die mit ihrer ganzen Familie und ihrem Enkelsohn aus Großbeeren auf den Altmarkt gekommen war: „Wir sind stolz, dass es unseren Tierpark nun schon seit 65 Jahren gibt, und wollen dass er uns noch sehr lange erhalten bleibt und sich weiter entwickelt.“ Das sieht auch Kathrin Weber-Konzack aus Cottbus so, die mit ihrer Gasttochter Riko aus dem japanischen Yokohama zwischen den farbigen Lichtskulpturen auf dem Altmarkt herumspazierte: „Ich finde die Aktion prima. Cottbus braucht mehr solche Sachen, um positiv zu wirken. Cottbus ist bunt, und da passen die bunten Lichtinstallationen sehr gut in die Innenstadt.“ Mit ihrem Mann und Gasttochter Riko will sie zu Pfingsten auf alle Fälle bei „Nachts im Tierpark“ dabei sein. „Darauf freuen wir uns schon sehr.“

In den Sozialen Medien entbrannte eine Debatte darüber, was in Wahlkampfzeiten erlaubt ist. Denn auf dem für die Aktion von Bauunternehmer Helmut Rauer zur Verfügung gestellten Kran war ein Transparent der Wählergruppe „Unser Cottbus“ angebracht. In dieser kandidiert Rauers Tochter Nicole für einen Platz im Stadtparlament. Die Gegner der Werbeaktion kritisierten „amerikanische Wahlkampfmethoden“ und die Vermischung einer gemeinnützigen Aktion für den Tierpark mit Stadtpolitik. Ähnliche Kritik hatte es bereits beim „Zug der fröhlichen Leute“ gegeben, den „Unser Cottbus“ ebenfalls als Werbeplattform genutzt hatte.