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"Leute, Ihr verpasst was, wenn Ihr den Nielsen nicht hört"

Solisten des "Triple Concerto" (v.l.): Rubén Durá de Lamo (Tuba), Sebastiaan Kemner (Posaune) und Tom Poulson (Trompete).
Solisten des "Triple Concerto" (v.l.): Rubén Durá de Lamo (Tuba), Sebastiaan Kemner (Posaune) und Tom Poulson (Trompete). FOTO: S. Diesner
Herr Christ, Carl Nielsen ist hierzulande ziemlich selten zu hören. Es gibt Komponisten, die in der gegenwärtigen Musikszene unterbelichtet sind, obwohl sie genauso viel Humor und Qualität haben wie die Vielgespielten.

Er ist der größte dänische Komponist und hat die Gabe, Geschichten in Tönen zu erzählen. Ich kann nur sagen: Leute, Ihr verpasst was, wenn Ihr den Nielsen nicht hört.

Was ist das Besondere an Nielsen?
Seine Stücke sind dramatisch und hochromantisch. In seiner zweiten Sinfonie "Die vier Temperamente" steckt genauso viel Drama wie in einer Bruckner-Sinfonie. Sie ist sehr leidenschaftlich und gleichzeitig publikumsfreundlich. Das Werk steht in einer Reihe mit Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung".

Es gibt eine Anekdote zur Entstehungsgeschichte.
Also, Nielsen hat mit seiner Frau im Urlaub in Neuseeland Bier getrunken. Dann sind ihm in der Kneipe vier Bilder zu den vier Temperamenten aufgefallen, und er hat spontan angefangen zu lachen. Das war das Aha-Erlebnis und der Auslöser für die Komposition. Beim dritten Satz, dem Melancholiker, bekomme ich eine Gänsehaut. Umso fröhlicher sind die Emotionen, die beim Sanguiniker hochkommen.

Mit Evan Christ

sprach Ulrike Elsner