Wie Stadtinteressen wahren?

Die Reporterin ging auch auf den Antrag von Herrn Simonek und seiner AfD-Fraktion ein. Es sind ja Kaufüberlegungen der Stadt trotz der prekären Finanzlage in der Vergangenheit von einigen Fraktionen geäußert worden.  Hoffentlich sieht der neue Kaufinteressent nicht auch die Brache nur als gute, ruhende Kapitalanlage an! Man sollte aus der Vergangenheit lernen und über ein Vorkaufsrecht der Stadt nachdenken.
Eine weitere Frage interessiert uns Bürger auch: Wie kann die Kommune bei einem Verkauf der Fläche von Herrn Becker und Co. an einen neuen Interessenten die Stadtinteressen wahren, um nicht wieder der Willkür eines neuen Besitzers ausgeliefert zu sein? Interessant erscheint auch der Gedanke, nach einem Kauf durch die Stadt eine vorläufige Begrünung der Fläche vorzunehmen mit folgendem Hintergrund!  Es kann dann, wie Herr Simonek überlegte, der nachfolgenden Generation die Gestaltung der Fläche überlassen werden, wenn die Finanzlage der Stadt sich weiter gebessert hat.
Dieser Vorschlag hat einen wesentlichen Vorteil, der fahrlässigerweise völlig aus dem Blickfeld geraten ist! Fast täglich erfahren wir aus allen Medien von der sich beschleunigenden Klimaveränderung und den Wetterextremen, die bereits in Deutschland und anderen Ländern wegen ihrer auffallenden Häufigkeit und Heftigkeit Katastrophen auslösten! Stadtplaner und Klimaexperten weisen immer wieder auf die Notwendigkeit hin, die Gestaltung von Stadtzentren sollte das sich verändernde Klima berücksichtigen. Auch die LR hat solche Expertenhinweise veröffentlicht. Die steigenden Temperaturen in Stadtzentren werden durch enge Bebauung bei Extremwetter wie Hitze verstärkt und werden dann kaum noch zu ertragen sein, da Beton die Hitze speichert.

Experten fordern innerstädtische Parks

Experten unterstreichen ebenso die Notwendigkeit, mehr kleine Parks in Zentren zu schaffen, die das Mikroklima verbessern und Schatten spenden. Unsere Bevölkerung wird älter und wenn die durch Hitze gefährdeten älteren Cottbuser im Zentrum aus den Geschäften treten, soll dann die Stadtverwaltung den gefährdeten Bürgern sagen, lauft mal die zehn Minuten bis zum Puschkinpark in den Schatten? Auch die Grünfläche am Breitscheidplatz besitzt kaum Schattenspender und liegt auch nicht neben den zentralen Geschäften. Hugendubel, Blechen Carre, Galeria Kaufhof, die Stadtpromenade mit ihren Geschäften, die Hauptpost und viele Gaststätten liegen an der Brache! Die Experten sagen uns auch, statt Versiegelung des Bodens im Zentrum mit Straßen, mit Bitumen und Beton sollte ein beträchtlicher Teil des Bodens wasser-aufnahmefähig sein, um Überschwemmungen zu vermeiden.  Die Experten nennen das Schwamm-Städte, wenn Parks Wasser aufnehmen, speichern und das Mikroklima verbessern.

Den Kommunalpolitikern sollte die Lebensqualität der Cottbuser jetzt sowie in zehn und mehr Jahren am Herzen liegen. Ja, Cottbus braucht vor allem bezahlbare Wohnungen. Die sind jedoch auf dieser teuren Fläche kaum möglich. Dass die zweistelligen Milliardensummen des Strukturwandels für die Lausitz bereits alle über eine ganze Reihe von Jahren total zu 100 Prozent zweckgebunden sind,  ist unüblich und unglaubwürdig. Auch Straßen und Plätze, insbesondere die Brache als „Zentrum des Zentrums“, sind Strukturen, wofür ja die Strukturwandel-Gelder auch gedacht sind.
Michael Ziegler, Cottbus