Der Umstand, dass Holger Kelch, ein Kommunalpolitiker einer sich christlich nennenden Partei, sich ,seine’ Dosis des begehrten Impfstoffs, abseits der Priorisierungsliste, also an Oma und Opa vorbei, frühzeitig abgeholt hat, entsetzt mich. Wenn dies christlich sein soll, wäre ich bereit, einen Exorzisten zu spendieren.
Gleichzeitig erinnert mich diese Vorgehensweise an den Milliardär in dem Kinofilm „Titanic“, der sich mit seinem Geld, ohne Rücksicht auf Frauen, Kinder und Alte zu nehmen, ein sicheres Plätzchen im Rettungsboot  sichern wollte.
Der Cottbuser Oberbürgermeister gibt mit seinem ehrenamtlichen Engagement bei den Maltesern vor, höhere Ansprüche zu haben. Tatsächlich scheint es sich aber um niedere Beweggründe zu handeln.
Offenbar ist das Virus nicht nur gefährlich, sondern es macht auch charakterliche Schwächen sichtbar. Helmut Schmidt sagte einst: „In der Krise zeigt sich der Charakter!“. Wie wahr!
Gerhard Wenzel, Cottbus