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Leitbild löst Debatte um Cottbus aus

Cottbus. Das neue Leitbild für die Stadt Cottbus passt auf neun A 4-Seiten. Das Papier hat bei seiner Vorstellung in den Fachausschüssen prompt Debatten um das Selbstverständnis der Stadt ausgelöst. Peggy Kompalla

Insofern urteilt die Stadtmarketingchefin Gabi Grube zufrieden: "Genau darum geht es uns."

Im Umweltausschuss regte Steffen Picl (Linke) an, dass das Thema Energieregion in dem Leitbild stärker auf Innovation ausgerichtet werden sollte. Woraufhin Andreas Rothe (SPD) konterte: "Bislang gibt es im Energiesektor kein Alleinstellungsmerkmal. Bei uns gibt es doch nur die Kohle. Das ist genau das Problem. Der Wandel wird sich in Größenordnung im Energiebereich abspielen." Die Region habe aber dem kaum etwas entgegenzusetzen. In eine ähnliche Kerbe schlug Gottfried Schierack (CDU): "Die Uni ist auf der Strecke noch viel zu wenig aktiv. Wir werden die Energiewende nicht gewinnen, wenn nicht neue Speicher gefunden werden." Diese wichtige Aufgabe muss seiner Auffassung zufolge herausgehoben werden. Steffen Picl argumentierte: "Wir machen uns viel zu klein. Wir sollten den Stolz auf Cottbus und das Wohlbefinden in der Stadt viel stärker artikulieren." Dafür sei das Leitbild richtig. "Wir sagen damit, wo wir herkommen und wo wir hinwollen."

Im Wirtschaftsausschuss stießen sich die Abgeordneten an der Nummerierung der Leitthemen und der entsprechenden Projekte, formuliert wurde dieses Bauchgrummeln von Dietmar Micklich. Er sitzt als sachkundiger Einwohner für die AfD in dem Ausschuss. Er erklärter: "Wir müssen das mal vom Kopf auf die Füße stellen. Energie gehört natürlich auf Platz eins." Tatsächlich lautet im Leitbild bislang die Reihenfolge folgendermaßen:

1. Alte und neue Kulturlandschaften im Sinne Fürst Pücklers,

2. BTU Cottbus-Senftenberg: Impulsgeber für Forschung, Technologietransfer und Fachkräfte,

3. Stadt mit Tatkraft für Energie, Wirtschaft und Innovation,

4. Leuchttürme der Sport- und Kulturstadt.

Für die Stadtmarketingchefin ist die Nummerierung relativ. "Das ist natürlich immer eine Frage des Standpunkts." Bei den Befragungen der Cottbuser habe das Thema Pückler und Landschaft in der Mehrzahl ganz oben gestanden.

Über das Leitbild stimmt das Stadtparlament am 22. Februar ab. Bei der Zustimmung sollen alle Cottbuser einen Brief mit dem Papier erhalten. Denn aus Sicht von Gabi Grube sind Debatten um das Selbstverständnis der Stadt wichtig, um das Selbstwertgefühl der Cottbuser zu stärken.