| 02:33 Uhr

Leitbild ist nicht Logo

Peggy Kompalla
Peggy Kompalla FOTO: M. Behnke
Kommentar. Es ist eine einfache Frage, die Antwort darauf nicht: Was will Cottbus sein? Trotzdem ist es wichtig, dass sich die Stadt der Frage erneut stellt und sich mit einem Leitbild einen Fahrplan gibt, in dem Leitprojekte definiert sind, wie das Ziel erreicht werden soll. Das klingt alles furchtbar theoretisch und anstrengend. Peggy Kompalla

Und ist es zunächst einmal auch. Mehr als hundert Fachleute aller Bereiche sind dazu mehrmals in Klausur gegangen und haben eine Strategie entworfen. So anstrengend dieser Prozess sein mag, er ist genau jetzt richtig und wichtig. Denn der Strukturwandel der vom Bergbau geprägten Region geht in eine neue Phase. Darüber hinaus wird die Kreisgebietsreform - in welcher Art auch immer - die Zusammenarbeit in der Region stark verändern. Nur ein Cottbus, das weiß, was es ist und was es sein will, kann sich diesen Herausforderungen getrost stellen. In der Vergangenheit haben sich mehrere Citymanager jahrelang an einem Leitbild abgearbeitet. Sie verschwanden, ihre Papiere und Ideen mit ihnen. Was von ihrer Arbeit übrig blieb, war die Suche nach einem Logo. Aber Logo ist nicht Leitbild, wie sich zweimal zeigte. Der erste Entwurf sorgte für Entsetzen und wurde schnell entsorgt. Der andere gefiel, wurde allerdings nie verwendet und so vergessen. Das belegt: Zuerst müssen Weg und Ziel klar sein. Danach kann eine Image-Kampagne folgen. Dann finden hoffentlich auch die Cottbuser ihre Stadt richtig cool. Oder noch besser: Sie setzen sich dafür ein, was sie einmal sein will.