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| 16:41 Uhr

Ordnungsamt verhängt Bußgelder
Leinenzwang und Hundehaufen

 Auch bei schlechtem Wetter und Kälte geht es auf Gassi-Runde. Im gesamten Cottbuser Stadtgebiet gilt Leinenpflicht. Für Verärgerung sorgen aktuell auch liegen gelassene Hundehaufen.
Auch bei schlechtem Wetter und Kälte geht es auf Gassi-Runde. Im gesamten Cottbuser Stadtgebiet gilt Leinenpflicht. Für Verärgerung sorgen aktuell auch liegen gelassene Hundehaufen. FOTO: dpa / A3576 Maurizio Gambarini
Cottbus. Verstöße gegen die Stadtordnung werden vom Cottbuser Ordnungsamt mit Bußgeldern bis zu 1000 Euro geahndet. Von Silke Halpick

Die täglichen Gassi-Runden mit seinem Mops-Mischling gehören für Bernhard Richter aus Cottbus zur Alltagsroutine. Besonders häufig ist er auf den Fußwegen entlang der Spree im Stadtteil Sandow unterwegs. Hier trifft er regelmäßig auch andere Hundehalter - und Mitarbeiter des Cottbuser Ordnungsamtes. Diese stehen seiner Schilderung zufolge hinter Büschen versteckt auf der Lauer, um Besitzer von unangeleinten Hunden zur Kasse zu bitten.

Bernhard Richter selbst hält sich an die vorgeschriebene Leinenpflicht, wie er erzählt. Allerdings findet er die Regelung in der Stadt Cottbus zu starr, wie er kritisiert. „Warum lässt man die Hundehalter nicht selbst entscheiden, wann die Tiere angeleint werden müssen?“, fragt er am RUNDSCHAU-Reporter-Telefon. Ausreichend Platz für freilaufende Vierbeiner sieht er vor allem in den von Grünanlagen geprägten Bereichen wie entlang der Spree beziehungsweise im Puschkin- oder Eliaspark.

Laut Paragraf 5 der Stadtordnung müssen Hunde innerhalb des gesamten Stadtgebietes angeleint werden. Das betrifft Zwergpinscher genauso wie Bernhardiner. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld zwischen 15 und 30 Euro rechnen. Der mögliche Höchstsatz liegt bei 500 Euro. Allerdings wurde dieser noch nie erhoben, wie Martin Gransalke vom Cottbuser Ordnungsamt betont.

Ob überhaupt ein Verwarngeld fällig wird, entscheiden die 14 Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes „von Fall zu Fall“, wie Gransalke betont. „Häufig reicht eine mündliche Ermahnung aus“, erklärt er. Wenn sich der Besitzer allerdings uneinsichtig zeigt oder der Hund auf seine Befehle überhaupt nicht hört, muss gezahlt werden.

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass das sehr selten der Fall ist. Im vergangenen Jahr wurde 50-Mal ein Bußgeld aufgrund des Verstoßes gegen die Leinenpflicht verhängt. Die Zahl der angemeldeten Hunde in Cottbus liegt bei 4000.

An der Leinenpflicht innerhalb des gesamten Stadtgebietes hält Gransalke ausdrücklich fest. „Wir müssen die Bedürfnisse aller Einwohner berücksichtigen. Es gibt nicht nur Hundeliebhaber“, begründet er. Im Blick hat er dabei Menschen mit Angst vor Hunden oder spielende Kinder, die sich aufgrund fehlender Lebenserfahrung nicht immer tierkonform verhalten.

Ohne Leine frei herumtoben können Hunde auf den fünf Hundewiesen. Diese Auslaufareale befinden sich in der Schopenhauerstraße in Höhe Weberstraße, in der Jessener Straße in Höhe der Bahn-Wendeschleife, an der Zimmerstraße hinter der ehemaligen Bundesbank, im Kollwitz-Park zwischen Nordring und der Spree sowie an der Leipziger Straße zwischen Einkaufszentrum und Priorgraben.

Der Zustand der Hundewiesen sei „sehr unterschiedlich“, wie Gransalke einräumt. Auch er kenne die Kritik von Hundehaltern, denen die Flächen nicht groß genug erscheinen. Am weitläufigsten sei das Gelände in der Schopenhauerstraße, sagt er. Sein Tipp: die Freiflächen außerhalb der Stadt in Richtung Tagebau Cottbus-Nord für den Auslauf der Hunde zu nutzen. Aber Wälder sind eine Tabuzone, um die darin lebenden Wildtiere zu schützen.

Mehr Kopfzerbrechen als die Einhaltung der Leinenpflicht bereiten Martin Gransalke allerdings zurückgelassene Hundehaufen. Laut Stadtordnung ist jeder Hundeführer verpflichtet, Verunreinigungen „unverzüglich zu entfernen“ und auch die dafür benötigten Materialien mit zu führen. Bei Zuwiderhandlung droht ein Bußgeld zwischen zehn und 1000 Euro.

 Die Überführung der Täter ist im Alltag allerdings  überaus schwierig. Denn sobald ein Ordnungsamtsmitarbeiter in Uniform auftaucht, werden die Hundehaufen weggeräumt, so Gransalke. Entsprechend gering ist die Erfolgsrate. 20 bis 35 Verstöße werden jährlich geahndet. Nur durch Kontrollen in Zivil sei es möglich herauszufinden, wie sich der Hundebesitzer tatsächlich verhält, so Gransalke.

 Hundetoiletten gibt es in Cottbus keine mehr. Aufgestellt waren diese einst im Puschkinpark, entlang der Stadtmauer oder der Ludwig-Leichhardt-Allee. Das Projekt ist trotz mehrfacher Anläufe gescheitert. Grund ist der Vandalismus. Die zerstörten Spendereinrichtungen mussten ständig repariert werden. Auch die Tüten für den Hundekot verschwanden regelmäßig und wurden offenbar zweckentfremdet eingesetzt.