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| 18:15 Uhr

Ausgezeichnet
Lehrerpreis für Cottbuserin

 Lehrerpreis-Gewinnerin Ilona Hassatzky-Ulbricht und der Berner Sennenhund Kamy. Im Oberstufenzentrum in Cottbus sorgen beide für eine positive Lernatmosphäre.
Lehrerpreis-Gewinnerin Ilona Hassatzky-Ulbricht und der Berner Sennenhund Kamy. Im Oberstufenzentrum in Cottbus sorgen beide für eine positive Lernatmosphäre. FOTO: LR / Silke Halpick
Cottbus. Ilona Hassatzky-Ulbricht vom Oberstufenzentrum in Cottbus hat den „Brandenburgischen Lehrerpreis“ gewonnen. Ein Grund dafür sind ihre unkonventionellen Methoden. Positiven Einfluss auf die Lernatmosphäre hat auch ihr Hund. Von Silke Halpick

„Was macht ihr mit dem Handy?“, fragt Ilona Hassatzky-Ulbricht zwei ihrer Schüler. Aufgabe ist, einen Brief in Geheimsprache zu schreiben. Jedem Buchstaben des Alphabets steht ein Zahlencode gegenüber. „Wir müssen rechnen“, lautet die Antwort.

Die Lehrerin nickt und lässt sie gewähren. Ihr zu Füßen sitzt der Berner Sennenhund Kamy, der mit gutmütigen Augen in die Runde schaut.

Mit ihren teils unkonventionellen, aber erfolgreichen Methoden hat Ilona Hassatzky-Ulbricht vom Oberstufenzentrum in Cottbus den diesjährigen „Brandenburgischen Lehrerpreis“ gewonnen. 18 Preisträger erhielten am Donnerstag in der Potsdamer Staatskanzlei ihre Auszeichnung. „Die Jury hatte es wirklich nicht leicht“, betont Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Nominiert waren 75 Lehrkräfte aus ganz Brandenburg.

Berufsvorbereitung vom Schmuddelkind-Image befreit

Vorgeschlagen wurde Ilona Hassatzky-Ulbricht von der Schulkonferenz des Oberstufenzentrums (OSZ). „Sie steht stellvertretend für das gesamte Team der Berufsvorbereitung“, betont Abteilungsleiterin Antje Heymann-Schenke. Dazu gehören fünf Mitarbeiter. Durch ihre engagierte Arbeit sei es gelungen, das Schmuddelkind-Image, welches der Berufsvorbereitung häufig anhängt, abzulegen.

72 Schüler stark ist der aktuelle Jahrgang. Die Teilnehmer sind zwischen 16 und 25 Jahre alt. 22 von ihnen wollen den Abschluss der neunten Klasse nachholen. Bei 18 von ihnen sieht Ilona Hassatzky-Ulbricht gute Chancen. „Das ist die beste Quote im gesamten Schulamtsbezirk“, sagt sie stolz.

Schulhund Kamy hat positiven Einfluss auf die Atmosphäre

Die Zahl der Jugendlichen ohne Schul- oder Ausbildungsabschluss steigt. Viele der Betroffenen kommen aus schwierigen familiären Verhältnissen und haben schon „Karrieren hinter sich“, wie es Hassatzky-Ulbricht ausdrückt. Damit meint sie Drogenprobleme, Obdachlosigkeit oder Straftaten.

Viel Erziehungsarbeit sei anfangs nötig, betont die ausgebildete Geschichts- und Deutschlehrerin. Doch wer den einjährigen Berufsvorbereitungskurs durchhält, sei meist auch motiviert für den nächsten Schritt: die Berufsausbildung.

Positiven Einfluss auf die Atmosphäre im Klassenzimmer hat auch Schulhund Kamy. Ilona Hassatzky-Ulbricht bekam von der Schulleitung die Erlaubnis, den jungen Welpen mitzubringen, der zu Hause den ganzen Tag gejault habe.

Mittlerweile ist der Hund ausgewachsen und der Liebling von allen. Von den Schülern holt er sich seine Streicheleinheiten und wirkt auf diese entspannend und deeskalierend. „Kamy ist der Lehrer auf vier Pfoten“, sagt Heymann-Schenke.