ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:19 Uhr

Die andere Wahrheit über das Osterei
Legehennen im Produktionsstress

 Ein männliches Küken. In der Massentierhaltung ist das ein schnelles Todesurteil.
Ein männliches Küken. In der Massentierhaltung ist das ein schnelles Todesurteil. FOTO: dpa / Peter Endig
Cottbus. Hohe Legeleistung der Hühner in Brandenburg und Sachsen zeugt auch von Tierhaltung wider die Natur. Von Kathleen Weser

In Brandenburg und Sachsen werden so viele Hühner-Eier produziert wie seit Jahren nicht mehr. Das haben die Statistischen Landesämter zu Ostern bestätigt. Denn traditionell ist die Nachfrage vor dem Auferstehungsfest hierzulande am höchsten.

Die durchschnittliche Legeleistung je Arbeitshenne liegt demnach bei 300 Eiern im Jahr. Statistisch erfasst werden nur die Eier aus Unternehmen, die über mehr als 3000 Haltungsplätze verfügen.

Diese hohe Legeleistung aber wird wider die Natur des Federviehs erreicht. Denn ein rundum glückliches Freiland-Huhn ohne Produktionsstress legt nur etwa 220 Eier jährlich. Das erklärt Ronny Hehne, der den Biohof Auguste des Cottbuser Vereins Lebenshilfe in Kolkwitz aufgebaut hat und führt. Die überdurchschnittliche Eiermenge aus dem auf Höchstleistungen ausgelegten Produktionssystem der Legehühnerhaltung sei noch immer nicht nachhaltig am Tierwohl ausgerichtet.

Der Lebenshilfe-Verein Cottbus folgt auf dem Biohof dem regionalen und ganzheitlichen Ansatz der Hühnerhaltung, „ei care“ genannt. Denn naturgemäß werden jeweils zur Hälfte weibliche und männliche Küken ausgebrütet. Für die auf die Massen-Eierproduktion ausgelegten Legebetriebe sind ausschließlich die Hennen von wirtschaftlichem Interesse. Die Hähnchen-Küken werden schlicht aus Kostengründen getötet. „Dieses lebensverachtende System praktizieren wir in keinem Fall“, betont Ronny Hehne. „Wir ziehen auch alle Hänchen groß“, versichert er. Thema des Tages Seite 3