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Leckere Spreewaldschnitte und ein Holzfisch

Bei der Langen Nacht der Kunst und Handwerkerhöfe in Burg gab es am Sonnabend 13 Angebote auf Höfen zum Mitmachen, Anschauen, Kosten und Staunen. Gefragt war auch die Senfmühle, in der Gerd Schilka (r.) über Senfanbau und die Senfherstellung berichtete.
Bei der Langen Nacht der Kunst und Handwerkerhöfe in Burg gab es am Sonnabend 13 Angebote auf Höfen zum Mitmachen, Anschauen, Kosten und Staunen. Gefragt war auch die Senfmühle, in der Gerd Schilka (r.) über Senfanbau und die Senfherstellung berichtete. FOTO: Hirche/jul1
Burg. Die Lange Nacht der Kunst- und Handwerkerhöfe in Burg ist längst eine feste Größe im Veranstaltungskalender des Kurortes. Immer am ersten Sonnabend im August öffnen sich Türen und Tore zu interessanten Gehöften in dem flächenmäßig riesigen Dorf. Marion Hirche / jul1

Diesmal gab es 13 interessante Angebote in Burg-Dorf, Kauper und Kolonie. Mit der Rumpelguste konnte jeder bequem die einzelnen Stationen anfahren, zumal der kleine Zug zusätzlich auch an den Parkplätzen am Festplatz, an der Weidenburg und am Landhotel hielt.

In der Spreewaldmosterei Jank erfuhren die Besucher bei einer Führung von Enrico Jank, wie der Saft in die Flasche kommt. Danach konnte sie gegenüber im "Saftladen" Saft, Wein, Likör und Essig kaufen, den Klängen von Onkel Lu lauschen und sich stärken. "Wir haben einen Spreewaldtoast mit Gurke, Käse, Kochschinken, Meerrettich und Sauerkraut kreiert. Dazu gibt es Gurkenlimo oder Gurkenbowle", lud Christina Jank ein. "Das schmeckt wirklich. Alles lecker, wir sind jedes Jahr hier", würdigte die Burgerin Erika Gollasch das Angebot. Manuela Bielick war mit ihren Eltern aus Cottbus in den Kurort gekommen und an ihrer ersten Station begeistert: "Wir sind schon Fans. Wann sonst kann man mal so hinter die Kulissen schauen."

Zu den "Wiederholungstätern" zählten auch die Leipziger Angelika und Hanns-Christian Treutler: "Wir haben dieses Angebot vor drei Jahren entdeckt und fanden das toll. Deshalb kommen wir jetzt immer. Die Natur-Apartments Stauensfließ sind da ein Muss". Vorbei an Salat- und Blumenfeldern und der Versuchung von Obstler und Whisky in der Burger Hofbrennerei widerstanden, gelangte man in der Schwarzen Ecke zu dieser paradiesischen Anlage. Hier hatte Inhaber Joachim Lang wieder seinen Holzbackofen angeheizt. Im Laufe des Abends zog er zahlreiche Brote und Kuchenbleche aus dem historischen Ofen. Ehefrau Elke Lang verkaufte mit ihrem Team die leckeren Laibe und duftenden Pflaumenkuchen. Den nahmen auch die Mühles mit. "Ich bin mit Eltern und Großeltern hier auf Kurzurlaub und freue mich über diese schöne Veranstaltung", sagte Daniela Mühle aus Prieschka im Elbe-Elster-Kreis.

Ein Renner an diesem Abend war die Senfmühle in der Ringchaussee 120. Hier erklärte Gerd Schilka, dass er selbst Senf anbaut und zur Senfproduktion die leichteren, 250 Kilogramm schweren Mahlsteine nutzt, da eher kleinere Mengen produziert werden. Durch den zugegebenen Apfelessig bekomme sein Senf die fruchtige Note, verriet er. Ute Raasch aus Berlin und ihre Tochter Manja kosteten. Ihr Fazit: "Lecker! Wir freuen uns über diesen interessanten Burger Rundkurs".

Am Komplex "Grüner Wald", wo einst Burger turnten und lernten, wurden im Hofladen Raritäten wie Kürbiskerndragees, Kürbispesto, Aronia-Schokolade und Himmelpfort-Kaffee angeboten. Auf dem Roggatzschen Anwesen, das von Uta Brommke in eine Urlauberoase verwandelt wurde, konnten Besucher auch der Designerin Kristin Freitag aus Säritz über die Schulter schauen. Die Künstlerin stemmte und schnitzte aus einem Holzblock mit Fingerspitzengefühl einen Fisch. Schräg gegenüber versammelten sich die Fans besonderer Marmeladen. Die Manufaktur Rosenrot & Feengrün hatte in den Garten eingeladen, wo die Zutaten für die besonderen Aufstrichkreationen von Andrea Veltjens wachsen.

Wie Vasen, Töpfe und Schalen entstehen, erfuhren Interessierte in der Töpferei Piezonka im Weidenweg. Trachten, Spinnen und Sticken standen bei Christa Dziumbla in der Wendenkönigstraße im Mittelpunkt. Ingmar Steffen berichtete von Fotohandwerk, zeigte Aufnahmen aus dem vergangenen Jahrhundert und erzählte im Geschichtsstübchen am Spreehafen manch Wissenswertes über Burg. Im Barfußpark Am Kurfürstendamm testeten Besucher die Laufstrecken mit Steinen, Scherben, kaltem Wasser und Kienäppeln.

Auch der Schlossberghof hatte jede Menge zu bieten: In der Kräutermanufaktur konnten nicht nur Gute-Laune-Trinkmischungen probiert und gekauft, sondern auch Unkräuterbowle gekostet und den Geschichten von Spreewaldkoch Peter Franke gelauscht werden. Der lobte auch das gute Miteinander mit der Spreewald-Kräuterey. Gartenleiterin Sandra Dobenecker von den Lebenshilfe-Werkstätten Hand in Hand hatte mit ihrem Team Vielfältiges vorbereitet: Tongestaltung, Ringelsalben-Produktion, Körbeflechten und Gartenrundgänge. Andreas Jeß zeigte auch der neunjährigen Leana Kriese, wie das mit dem Korbmachen geht. Beim Probieren meinte das Mädchen aus Hattingen: "Wenn man's drauf hat, dann ist es leicht". "Es waren heute trotz des Regens wieder viele Leute unterwegs", freute sich gegen Mitternacht Gaby Eichhorst vom Burger Haus des Gastes.

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