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| 19:21 Uhr

Cottbus
Lebensgefährliche Abkürzung

Gefährliche Situation: Fußgänger und Radfahrer haben auf der Gleistrasse nichts zu suchen. Trotzdem nutzen die Menschen immer wieder diesen Bereich, seitdem in der Stadtpromenade mit dem Bau der Flaniermeile begonnen wurde. Die Arbeiten werden bis zum Jahresende dauern.
Gefährliche Situation: Fußgänger und Radfahrer haben auf der Gleistrasse nichts zu suchen. Trotzdem nutzen die Menschen immer wieder diesen Bereich, seitdem in der Stadtpromenade mit dem Bau der Flaniermeile begonnen wurde. Die Arbeiten werden bis zum Jahresende dauern. FOTO: Tino Schulz
Cottbus. Cottbusverkehr warnt vor Leichtsinn und benennt Gefahrenstellen in der Stadt. Die meisten Sorgen bereitet derzeit die Stadtpromenade. Von Peggy Kompalla

Die Erinnerung an den tragischen Unfall vor zwei Wochen ist frisch, die betroffene Straßenbahnfahrerin noch nicht in den Dienst zurückgekehrt. Am 8. Mai war eine junge Frau an der Haltestelle Stadthalle in eine Straßenbahn gelaufen und geriet unter das Fahrzeug. Sie wurde mehrere Meter mitgeschleift und bei dem Unfall schwer verletzt.

Angesichts dieses Dramas blickt Cottbusverkehr mit großer Sorge auf die Stadtpromenade. Dort haben kürzlich Bauarbeiter den Postparkplatz und vor allem den Randstreifen entlang der Gleistrasse in Beschlag genommen. Und plötzlich sind Fußgänger und Radfahrer auf den Schienen unterwegs.

Cottbusverkehrsprecher Robert Fischer wird sehr deutlich: „Das ist verboten und ein gefährlicher Eingriff in den Verkehr.“ Die Abkürzung sei schlicht lebensgefährlich. Denn an der Stelle beschleunigen die Bahnen. Darüber hinaus haben sie im Gegensatz zu anderen Verkehrsmitteln zwei Nachteile: Sie können nicht ausweichen, und der Bremsweg ist lang.

Die Sorge teilt auch die Stadt. Trotz ausreichender Absperrungen und Verbotsschilder an der Baustelle kann Stadtsprecher Jan Gloßmann tagtäglich Verstöße beobachten. Schließlich liegt die Baustelle in Sichtweite des Rathauses. Stadtsprecher Jan Gloßmann betont: „Wir können nur an die Menschen appellieren.“ Mit dem Fußweg entlang der Stadtmauer gebe es zudem eine gute Alternativ-Route. Das Ordnungsamt könne an der Stelle nicht eingreifen oder Strafen verhängen. Denn für den fließenden Verkehr ist die Polizei verantwortlich.

Robert Fischer sagt: „Unsere Fahrer erleben tagtäglich gefährliche Situationen.“ Das oberste Gebot sei deshalb: defensives und vorausschauendes Fahren. Eine weitere Gefahrenstelle sei die Haltestelle Hufelandstraße gegenüber dem Blutspendedienst. Stadtauswärts gebietet eine Ampel den Autos Halt, damit die Fahrgäste aus der Straßenbahn aussteigen und über die Fahrbahn gehen können. „Dort erleben wir immer wieder, dass Autos noch schnell an der Bahn vorbeihuschen wollen, obwohl längst Rot ist“, erzählt Fischer. Deshalb öffnen die Fahrer die Türen nicht, bevor sie sehen, dass die Autos sicher stehen.

Auch nicht ganz einfach seien der Altmarkt und die Berliner Straße, sagt Robert Fischer. „Dort geht es eher darum, dass die Verkehrsteilnehmer sehr aufmerksam sein müssen. Denn dort laufen viele Menschen quer, Radfahrer kreuzen und Autofahrer.“ Zwischen Altmarkt und Rathaus werden zudem parkende Autos regelmäßig zum Problem. So habe erst an diesem Mittwoch ein Autofahrer für eine zehnminütige Verspätung gesorgt, weil sein Wagen im Weg der Straßenbahn stand.

An der Straßenbahn-Haltestelle Marienstraße am Glad-House sind nicht die Autofahrer das Problem. Die müssen hinter den Bahnen anhalten. „Dort schießen leider immer wieder die Radfahrer durch, auch wenn die Fahrgäste gerade aussteigen“, sagt Fischer.

Viele dieser Konflikte ließen sich nach Ansicht des Unternehmenssprechers dabei ganz einfach lösen. Robert Fischer: „Wenn die Menschen aufeinander Rücksicht nehmen.“