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| 15:43 Uhr

Ostern in Burg
Lebendige Bräuche in Burg rund um das Osterfest

Burg. Rund um Ostern sind  in und um Burg viele Frühlingsbräuche bekannt, die oft auf den einst heidnischen Glauben der Sorben/Wenden zurückführen. Zu den wohl bekanntesten gehören die sorbischen Ostereier. Das Ei gilt hier, wie bei vielen anderen Völkern, als Symbol des erwachenden Lebens im Frühling.

Die Ornamente bestehen zumeist aus einfachen Formen, die zugleich Botschaften übermitteln. Dreiecke um Kreise, so genannte Wolfszähne, symbolisieren Schutz vor dem Bösen. Die Strahlenbündel und Sonnensymbole stehen für die Quelle des Lichts. Diese Botschaften zu lesen und selbst auf das Ei zu zaubern, kann man zum Beispiel in der Osterwerkstatt im Haus der Begegnung in Burg am Freitag, dem 19. April,  und Sonnabend, dem 20. April, in der Heimatstube von Burg lernen. Schauvorführungen zum „Malen Sorbischer Ostereier“ in Wachsreserve- und Bossiertechnik finden am Ostersonntag und Ostermontag von 13 bis 17 Uhr statt. Hier kann man sich übrigens auch beim Waleien probieren, dem Ostereierschieben. Die gekochten und gefärbten Ostereier werden eine abschüssige Bahn hinuntergekullert. Eier anderer, die dabei getroffen werden, gelten als „geschlagen“ und der Besitzer bekommt das Ei.

Ein fast vergessener Brauch ist das Ostersingen. An den Passionssonntagen sowie am Karfreitag zogen die Frauen und Mädchen singend durch das Dorf, welches in andächtiger Stille versunken war. Dabei trugen sie alte sorbische Trauerlieder und Osterchoräle vor, die nur hier in der Niederlausitz zu finden sind. Wer einen Eindruck von diesem alten Brauch bekommen möchte, sollte sich am Karfreitag, dem 19. April, um 16 Uhr, in der Dissener Kirche einfinden.

Eine weitere, althergebrachte Tradition ist der wendische Kirchgang. Strenge Trachtennormen galten einst an allen hohen kirchlichen Feiertagen. Die Grundlage bildet dabei die besonders festliche, schwarze Tracht. Heute werden die erhabenen Trachten, die zum Teil seit Generationen in den Familien gehütet werden, nur noch für den Kirchgang am Ostersonntag hervorgeholt. Für den Betrachter ist dies ein jedes Jahr eine Augenweide. Die evangelische Kirchengemeinde Burg und die Chorgemeinschaft „Concordia“ leiten das Auferstehungsfest am Sonntag, dem 21. April, um 9.30 Uhr mit dem Osterblasen und Ostersingen an der Kirche ein. Anschließend wird zum Familiengottesdienst eingeladen.

Besonders für die Kinder interessant war die Ostersemmel. Überliefert ist, dass die Kinder am ersten oder zweiten Osterfeiertag zu ihren Taufpaten in die umliegenden Dörfer gingen, um sich eine Ostersemmel nebst drei Ostereiern, einem Pfefferkuchen und einem kleinen Geschenk oder einem Geldstück zu holen.Die Ostersemmel in Burg ähnelt einem Spreewaldkahn, symbolisiert aber ein Palmenblatt und ist 40 bis 50 Zentimeter lang. Die Burger Bäckerei Mieth bäckt die Ostersemmel noch so, wie vor Jahrzehnten üblich. Das Gebäck schmeckt mit Wurst oder Marmelade oder traditionell mit Leinöl und Zucker.

Eine sehr lebendige Tradition in den Dörfern des Spreewaldes sind zudem die Osterfeuer – am besten auf einem Hügel. Denn soweit der Schein des Feuers reicht, werden die Felder fruchtbar sein. Am Ostersamstag, dem 20. April, wird auch die Domowina-Jugend Burg diesem alten Brauch folgen. Das Osterfeuer wird diesmal auf der Wiese an der Krabatschleuse im Leineweberweg entzündet – das kleine Osterfeuer für die Kinder um 18 Uhr, das für die „Großen“ folgt dann um 21 Uhr. In Werben brennt das Osterfeuer ab 19 Uhr für die Kinder, ab  21.30 Uhr das für die Erwachsenen.

(red/noh)