(wr) 18 000 Menschen mit Behinderungen leben in Cottbus. An sie und ihre Angehörigen richtet sich die „Mission Inklusion“, die am Montag im Rathaus eröffnet wurde. „Es handelt sich also schon lange nicht mehr um ein Nischenthema“, sagt der städtische Behindertenbeauftragte Normen Franzke.

Darauf gingen bei der Eröffnung auch der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch und Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (beide CDU) ein. „Die Mission Inklusion wird eine Daueraufgabe bleiben“, sagte Holger Kelch, „und zwar für alle Generationen.“ Schließlich könne heute kein Mensch wissen, ob er nicht morgen schon zu einer Gruppe zählt, die Unterstützung braucht.

Der Landrat wies darauf hin, dass die Aktiontage zum ersten Mal durch einen gemeinsamen Auftakt der Stadt Cottbus und des Spree-Neiße-Kreises begleitet werden. Das Leben mit Behinderungen berühre schließlich auch den Alltag aller Menschen, vom barrierefreien Bauen über die unkomplizierte Fahrt mit Bussen und Bahnen bis zur Bildungspolitik an den Schulen. Edeltraud Schlosser vom Beirat für Menschen mit Behinderungen sagte: „Wir wollen eine Gesellschaft, in der wir alle gut miteinander leben.“

Initiativen präsentieren sich

Im Foyer des Rathauses stellten sich Initiativen aus der Stadt und dem Landkreis vor. Die Lebenshilfe in Cottbus zählt nach eigenen Angaben 165 Mitglieder. Ihre Fachleute beraten Menschen mit Behinderungen und ihre Familien, und sie organisieren Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche. Der Jugendclub Erebos aus Spremberg veranstaltet Paddeltouren, Wandertage, Discoabende und Zeltlager. Das Integrationsamt hilft bei Fragen zum Arbeitsplatz. Viele weitere Stände im Foyer des Rathauses gaben zum Auftakt der Aktionstage Einblick in ihren Service.

Das Obenkino in Cottbus wird am Donnerstag, 9. Mai, um 19 Uhr den Dokumentarfilm „Unzertrennlich“ zeigen. Er berichtet von Kindern, die sich schon früh mit dem Tod ihrer Geschwister konfrontiert sehen. Das Familienhaus am Spreeufer lädt am Sonnabend, 11. Mai, um 14 Uhr zu einem Nachbarschaftsfest unter dem Titel „Bunt und inklusiv – Vielfalt im Quartier“ ein.