Im Cottbuser Club Scandale sind die Lichter zunächst einmal aus. Noch weiß keiner, wann es überhaupt weitergehen kann, dementsprechend schwierig gestaltet sich die Planung. Besitzer Philipp Gärtner, der auch das Open-Air-Café Prima Wetter und die Bar Seitensprung betreibt, rechnet damit, erst im Dezember wieder öffnen zu können.

„Im Kopf haben wir bis dahin schon mal alles gestrichen, und auch einige Künstler haben uns schon abgesagt“, so Gärtner. „Wenn es dann aber im September schon wieder weitergehen kann, sind wir schnell und können natürlich auch früher wieder Veranstaltungen machen.“

Cottbuser Club bietet Jahresticket und Foliendrucke

Bis dahin will der Club sich mit ganz besonderen Tickets durch die einnahmenfreie Zeit kämpfen. Mit einem 99 Euro-Flatrate-Ticket, dass dem Käufer ein Jahr freien Eintritt beschert – und das nicht nur im Scandale, sondern auch im Café Prima Wetter und in der Seitensprung-Bar. „Das Ticket gilt ab dem Moment, ab dem es wieder los geht“, wirbt Philipp Gärtner. 33 dieser Eintrittskarten sind schon verkauft.

Zudem hat die Grafikdesignerin Carolyn Mielke einzigartige Foliendrucke bereitgestellt, die in den kommenden Wochen für den Kulturbetriebe versteigert werden sollen. Ein erster Anfang, die weiter anstehenden Kosten bezahlen zu können.

Cottbus

Denn viele Ausgaben bleiben auch während Corona bestehen. „Unser Vermieter ist sehr kulant“, sagt Gärtner – aber natürlich belasten auch weiter laufende Stromkosten und Mitarbeitergehälter die Kasse. Dass bald auch öffentliche Hilfe kommt, darauf möchte sich der Clubbetreiber in der schwierigen Zeit aber nicht verlassen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber wir planen natürlich nicht damit.“ Bisher gebe es immerhin den Anspruch auf Soforthilfe für freischaffende Künstler und besonders geschädigte Unternehmen.

Cottbuser Club streamt Konzerte mit lokalen Künstlern

Und während die Berliner Clubs mit der „United we stream“-Aktion versuchen, auf sich aufmerksam zu machen, wird auch der Scandale-Club in Cottbus aktiv sein. „Wir streamen auch und arbeiten auch daran, dass Künstler bei uns live bei spielen – höchstens in Zweierbesetzung natürlich.“ Solche Konzerte sollen dann auch von allen Cottbuser Clubs unterstützt werden. Im Gegensatz zu Berlin seien hier aber besonders lokale Künstler gefragt. „Damit sie im Gespräch bleiben, bei ihnen fallen ja auch die Einnahmen weg“, erklärt Gärtner.