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| 02:33 Uhr

Leag widerspricht Daten der Stadt

Cottbus. Das Energieunternehmen Leag zweifelt die Gutachten an, die die Stadtverwaltung als Grundlage für den Bau des Hafendamms am künftigen Cottbuser Ostsee genommen hat. Das macht Unternehmenssprecher Thoralf Schirmer deutlich. Peggy Kompalla

Mit den neuen Erkenntnissen begründet die Stadt die dramatische Kostensteigerung für das Bauwerk um drei Millionen Euro gegenüber der ursprünglichen Planung.

Thoralf Schirmer sagt in Bezug auf die Aussage, dass ein lokaler Sulfatgehalt von mehr als 3000 Milligramm je Liter am Ostsee nicht auszuschließen sei. "Das ist nicht nachvollziehbar und deutlich überzogen." Allein aufgrund des mit der Flutung geplanten Verhältnisses von Spreewasser zu aufsteigendem Grundwasser von 80 zu 20 Prozent werde der Sulfatgehalt im Ostsee den Wert von 500 Milligramm je Liter nicht übersteigen. "Selbst im schlimmsten Fall ist nach unseren Prognosen für den Ostsee ein maximaler Sulfatwert von 620 Milligramm je Liter anzunehmen", betont der Unternehmenssprecher.

Auch der Sicherheitspuffer bezüglich des aufsteigenden Grundwassers sei fachlich unbegründet. "Alle seit 1997 ununterbrochenen durchgeführten jährlichen Messungen der Sulfatgehalte und des pH-Wertes im anströmenden Grundwasser zeigen konstante Werte in den Schwankungsbreiten von 250 bis 550 Milligramm je Liter für Sulfat und pH-Werte zwischen 6,8 - 7,3", erklärt Thoralf Schirmer. Auch beim Anstieg des Grundwassers können der Leag zufolge keine bedeutenden Mengen an Reaktionsprodukten ausgeschwemmt werden, da die untergelagerten eiszeitlichen Sande keine oder nur sehr geringe Eisen-Schwefel-Minerale aufweisen, die zur Bildung von Sulfaten führen.

Die Stadtverwaltung machte im Wirtschaftsausschuss jedoch deutlich, dass sie lieber auf Nummer sicher geht. Deshalb soll sowohl die Spundwand als auch ihre Rückverankerung nun aus widerstandsfähigem Stahl statt Beton errichtet werden. Der Material- und Technologiewechsel sei der wesentliche Kostentreiber.