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LCC-Lokomotive wird heute 65

Günter Sägebrecht.
Günter Sägebrecht. FOTO: ski1
Cottbus. So recht mag man es sich nicht vorstellen, wie es ist, wenn eine über Jahrzehnte zur Cottbuser Leichtathletik-Szene gehörende Person fehlt. Dennoch wird wohl jeder einem Günter Sägebrecht, der heute seinen 65. Georg Zielonkowski / ski1

Geburtstag feiert, es gönnen, sich jetzt aufs Altenteil zurückzuziehen.

Einst als aktiver Mittelstreckler mit der BSG Lokomotive Cottbus unterwegs, ist er nach seiner aktiven Zeit sofort in den ehrenamtlichen Dienst als Übungsleiter und als Mitglied der Sektionsleitung des LCC-Vorgängers, des SC Cottbus eingestiegen. Unzählige Sportereignisse sind eng mit seinem Organisationstalent verbunden. Als Wettkampfleiter agierte er bei stolzen 42 Oktoberläufen und 25 Cityläufen. Auch für Meeting-Direktor Ulrich Hobeck stellte er über viele Jahre eine unverzichtbare Hilfe bei der Organisation und Durchführung von 15 Springer-Meetings dar. Was diesen Günter Sägebrecht so sehr sympathisch machte, war seine stets konzentrierte, dennoch aber zurückhaltende Art, Dinge auf den rechten Weg zu bringen. Sich selbst auch nur einmal in den öffentlichen Mittelpunkt zu stellen, wäre dem akribischen Ehrenamtler niemals in den Sinn gekommen. Sein stetes Credo war es stets, speziell Kinder und Jugendliche dem regelmäßigen Sporttreiben nahe zu bringen.

Die von ihm maßgeblich vorangetriebenen und regelmäßig zur Austragung gekommenen deutsch-polnischen Nachwuchsvergleiche der Leichtathleten waren quasi sein "Baby". Dazu passt eine ihm eigene Marotte, von der Stadtsportbund-Geschäftsführer Tobias Schick berichtet: "Wenn sich nach getaner Arbeit die Organisatoren zum wohlverdienten Gerstensaft zusammengesetzt haben, hieß es bei Günter Sägebrecht statt "Prost" zumeist "Europa". Womit er seine Leidenschaft für das Wachsen des Miteinanders nicht nur der deutschen und polnischen Sportler ausdrücken wollte. Günter hatte ja auch stets gute Kontakte zu den Athleten, die in Cottbus gestartet waren und beispielsweise aus Belgien und England kamen."

Eine international geprägte Episode erzählt der künftige Rentner selbst immer wieder gern im Kreis seiner Mitstreiter. Als er nämlich mit Läufern aus Kenia eine Ausfahrt in den idyllischen Spreewald unternahm, wurde er von seinen Gästen mit erkennbarer Angst gefragt: "Laufen denn hier in dieser Gegend auch die Tiger frei herum?" Seriös, wie es Sägebrechts Art war und ist, konnte er die weit gereisten Gäste zu diesem Thema beruhigen.

Dass dieser allseits beliebte Sportorganisator am Tage seines Wechsels in den Ruhestand mit der Ehrenmitgliedschaft in der Cottbuser Sportjugend standesgemäß geehrt wird, scheint als logischer Schritt der Dankbarkeit.