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| 15:10 Uhr

Blitzumfrage
Lausitzer Firmen lehnen geplante Tempo-Bremse auf der Autobahn ab

 Lausitzer Unternehmer fordern ein Überholverbot für Lkw auf der A 13.
Lausitzer Unternehmer fordern ein Überholverbot für Lkw auf der A 13. FOTO: dpa / A3582 Alexander Rüsche
Cottbus. In der kontroversen Debatte um das Tempo auf der Autobahn 13 zwischen Spreewalddreieck und Schönefelder Kreuz sprechen die Unternehmen jetzt Tacheles. Laut einer Blitzumfrage wird eine Tempobegrenzung auf 130 Stundenkilometer strikt abgelehnt, ein Überholverbot für Lkw aber gefordert. Von Kathleen Weser

Eine Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus hat ergeben: Die Mehrheit der Lausitzer Unternehmen ist gegen eine generelle Begrenzung des Tempos auf 130 Stundenkilometer auf der viel befahrenen A 13 zwischen Spreewalddreieck und Schönefelder Kreuz. Ein Überholverbot für Lkw wird indes ausdrücklich befürwortet. Das haben laut Kammer-Sprecher Robert Kaltschmidt mehr als 760 Unternehmer aus dem Landkreisen Dahme-Spreewald und Oberspreewald-Lausitz erklärt.

Demnach haben sich 58 Prozent der insgesamt 767 Unternehmer gegen eine Begrenzung des Tempos auf 130 km/h ausgesprochen. 66 Prozent derjenigen, die ein Tempolimit bevorzugen, lehnen jedoch ab, dass dies sofort eingeführt wird. Sie sind dafür, dass die A 13 erst fertig ausgebaut werden soll, bevor Tempo 130 gelte.

 Mit einer Höchstgeschwindigkeit von Tempo 130 auf der A 13 zwischen Spreewalddreieck und Schönefelder Kreuz kann sich die Mehrheit der Lausitzer Unternehmen nicht anfreunden. Das hat eine Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus ergeben.
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von Tempo 130 auf der A 13 zwischen Spreewalddreieck und Schönefelder Kreuz kann sich die Mehrheit der Lausitzer Unternehmen nicht anfreunden. Das hat eine Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus ergeben. FOTO: dpa / Patrick Pleul

Für die Einführung eines durchgängigen Lkw-Überholverbotes stimmten 74 Prozent der Unternehmer. Freie Fahrt für Lkw auf beiden Spuren fordern 26 Prozent.

Peter Kopf, Mitglied im IHK-Verkehrsausschusses und Präsident der IHK Cottbus sagt: „Die Wirtschaft muss schnellstmöglich von A nach B kommen. Ein generelles Tempolimit halte ich da für kontraproduktiv. ‚Brummi-Rennen‘, die auf der linken Fahrspur für lange Schlangen und ein erhöhtes Unfallrisiko sorgen, sehe ich kritisch. Das muss zumindest für die Zeiten des Berufsverkehrs geregelt werden.“

Bernd Niederdrenk, stellvertretender Vorsitzender des IHK-Verkehrsausschusses und Geschäftsführer des Unternehmens Distibuta Consulting erklärt: „Ich bin für eine Begrenzung des Tempos auf 130 km/h, da schnellere Fahrten das Unfallrisiko auf dieser stark befahrenen zweispurigen Autobahn erhöhen. Ich spreche mich jedoch gegen ein Lkw-Überholverbot aus. Kilometerlange Lkw-Schlangen provozieren, dass Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden. Auch würden Pkw-Fahrer an Auf- und Abfahrten schwerer dazwischen durchkommen, was weiteres Gefahrenpotenzial birgt.“

Bernd Cürten, Mitglied des IHK-Verkehrsausschusses, der IHK-Vollversammlung und Geschäftsführer der Firma Johann A. Meyer, sagt: „Eine Tempobegrenzung halte ich nicht für zweckmäßig. ‚Elefantenrennen‘ sollten zu den Berufsverkehrszeiten früh und abends sowie vor dem Schönefelder Kreuz und dem Spreewalddreieck untersagt werden. Sie sind sinnlos und gefährlich für den schnell herannahenden Verkehr. Nachts hingegen besteht keine Notwendigkeit für ein Lkw-Überholverbot – aufgrund der geringeren Verkehrsdichte.“

Die drei Unternehmer sind sich jedoch einig: „Die geplanten Maßnahmen sind Augenwischerei. Die stetig steigenden Verkehrszahlen und die rasante Entwicklung des Flughafenumfeldes fordern einen schnellen sechsstreifigen Ausbau der Autobahn zwischen Berlin und Dresden“, so Peter Kopf. Die Umfragen bestätige dies. Bei den dringend zu lösenden Verkehrsthemen steht der sechsspurige Ausbau der A 13 an erster Stelle bei den mehr als 600 eingegangenen Antworten.

 Die schnellste Verkehrsader zwischen den Ballungszentren Dresden und Berlin ist von Lkw-Transporten viel befahren und abschnittweise auch Unfallschwerpunkt. Mit Kontrollen allein ist das Problem bisher nicht zu lösen gewesen. Das Tempo für alle Fahrer zu drosseln, aber ist auch höchst umstritten.
Die schnellste Verkehrsader zwischen den Ballungszentren Dresden und Berlin ist von Lkw-Transporten viel befahren und abschnittweise auch Unfallschwerpunkt. Mit Kontrollen allein ist das Problem bisher nicht zu lösen gewesen. Das Tempo für alle Fahrer zu drosseln, aber ist auch höchst umstritten. FOTO: dpa / Soeren Stache

Die Autobahn A 13 ist die wichtigste Staßenverbindung zwischen den Ballungszentren Berlin und Dresden. Als Nord-SüdAchse hat sie eine herausragende Bedeutung für die Südbrandenburger Wirtschaft. Viele Pendler und Logistiker sind in besonderer Weise von jedem Eingriff in die Verkehrsinfrastruktur betroffen. Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) des Landes Brandenburg beabsichtigt, durch Drosseln der freien Fahrt auf dem Autobahnabschnitt den Unfallschwerpunkt A 13 zu entschärfen.