| 02:33 Uhr

Lausitzer Strukturwandel soll Wahlkampfthema werden

Cottbus. Klaus Aha, Chef der Wirtschaftsinitiative Lausitz (WiL) ist sich sicher: "Was nicht in den Wahlkampf und den Koalitionsvertrag hineinkommt, spielt in den nächsten fünf Jahren keine wichtige Rolle mehr." Deshalb legt die Wirtschaftsinitiative gemeinsam mit der Energieregion Lausitz ein Positionspapier vor, das deutlich macht, welche Veränderungen die Region durch den Ausstieg aus der Braunkohle erwartet und das für diesen Strukturwandel Unterstützung notwendig ist. Peggy Kompalla

"Das ist deckungsgleich mit der Einschätzung der beiden Länder Brandenburg und Sachsen", betont Aha und erklärt: "Wir wollen damit der Bundespolitik zeigen, dass die regionale Politik und die Wirtschaft an einem Strang ziehen."

Bereits im nächsten Jahr werden demnach die ersten 500 Megawatt (MW) im Kraftwerk Jänschwalde abgeschaltet. Weitere 500 MW sollen später folgen. "Das läuft auf einen Ausstieg auf Raten hinaus", so Aha. Der Lausitz drohe insgesamt der Verlust von 15 000 Arbeitsplätzen.

Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) ergänzt als Sprecher der Energieregion: "Der Strukturwandel wird durch Entscheidungen des Bundes ausgelöst. Deshalb ist er auch in der Pflicht, den Wirtschaftsstandort dabei zu unterstützen." Diese Hilfe werde über Jahrzehnte notwendig sein. Dabei richtet sich sein Blick insbesondere auf den Ausbau der Infrastruktur zwischen Berlin, Dresden und Cottbus.

Kelch erwartet, dass bis Ende des Jahres die Gründung der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH in Erweiterung der Energieregion um den Landkreis Görlitz abgeschlossen sein wird.