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Jazz-Dance
Lausitzerinnen holen sich den Weltmeister-Titel

Die sieben Cottbuserinnen der Jazzy Diamonds waren die letzten im Turnier – und letztlich die ersten im Wettbewerb. einfach Weltmeister.
Die sieben Cottbuserinnen der Jazzy Diamonds waren die letzten im Turnier – und letztlich die ersten im Wettbewerb. einfach Weltmeister. FOTO: Verein Jazzy / LR
Rawa Mazowiecka. „small group“ der Jazzy Diamonds waren die Größten.

Kam schon die Qualifikation der sieben Cottbuser Tänzerinnen vom „Jazz-Dance-Club Cottbus 99 e.V.“ zur Weltmeisterschaft einer Sensation gleich, so wurde im polnischen Rawa Mazowiecka der größte sportliche Erfolg für den 1999 gegründeten Verein bejubelt. Gewannen doch die sieben Damen der Altersklasse Ü31 in der Nähe von Warschau als sogenannte kleine Gruppe in der Abteilung „small group“ den WM-Titel.

Rund 2000 Tänzer aus 31 Nationen hatten sich für die „IDO World Ballet & Jazz Championchips 2017“ für die Wettbewerbe qualifiziert, doch waren alle zunächst nur mit sich selbst beschäftigt. „Es gab keinerlei Kontakte untereinander, alle befanden sich wie im Tunnel“, so Tanzpädagogin Sandra Meersch, die als Leiterin der Cottbuser Gruppe deren Choreografie einstudiert hatte.

Das Los wollte es, dass die anderen Teilnehmer des „small group“-Wettbewerbs ihre Show absolviert hatten, bevor die Cottbuserinnen aufgerufen wurden. „Da all unsere Vorgänger rhythmische Tänze aufgeführt hatten, wusste ich plötzlich selbst nicht, ob wir uns denn tatsächlich für die richtige Musik und Choreografie entschieden hatten“, so Sandra Meersch, die auf einen Tanz zur musikalischen Begleitung des Titels „Dancing on my own“ von Calum Scott gesetzt hatte.

Als dann aber der eigene Vortrag absolut fehlerfrei über die WM-Bühne gebracht worden war und kurze Zeit später die drei Besten zum Stellplatz der Siegerehrung gerufen wurden und gleich zwei Mal das Wort „Germany“ zu hören war, stand fest, dass in jedem Fall sieben Medaillen auf die 500 Kilometer lange Heimfahrt gehen würden. Noch war unklar, welches Edelmetall es sein würde. Kurz darauf folgte ein Riesenjubel, als Schweden als drittbestes Team der WM ausgerufen wurde. „Da war klar, dass beide deutschen Teams gleich auf die beiden obersten Treppchen gerufen werden würden. Wir sind uns gleich in die Arme gefallen“, berichtet eine noch immer völlig aufgewühlte Sandra Meersch. Kein Wunder – wurden doch ihre Jazzy Diamonds als letzte der Medaillengewinner aufgerufen. Der Jubel war grenzenlos. Verständlich auch die Tränen der Rührung beim Erklingen der Nationalhymne.

Nach der langen WM-Party im Ossa-Congress-Hotel, ging es für die Siegerinnen und ihre kleine Begleitergruppe heim in Richtung Cottbus. Hier warteten auf dem Parkplatz der „Lausitz-Arena“ einige Vereinsmitglieder, Familienangehörige und Fans, die erneut für Tränen der Emotion sorgten.