ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:57 Uhr

Waldbrände
Lausitzer Hilfe für Schweden

Hubschrauber der Firma Aeroheli kämpfen mit gegen die Flammen in den schwedischen Wäldern.
Hubschrauber der Firma Aeroheli kämpfen mit gegen die Flammen in den schwedischen Wäldern. FOTO: AEROHELI International GmbH & Co
Neuhausen/Sundsvall. Zwei Löschhubschrauber aus Neuhausen sind in der Waldbrand-Region im Einsatz. Von Daniel Schauff und Bodo Baumert

In Schweden wüten die Waldbrände weiter. Auch wenn einige Flammen schon gelöscht werden konnten: Die Gefahr neuer Brände bleibt. Am Montagmorgen loderten noch 20 Brände.

Die Behörden im skandinavischen Land kommen kaum hinterher, die durch die lange Trockenphase entfachten Flammen einzudämmen. Hilfe kommt unter anderem aus Deutschland, unter anderem auch aus dem kleinen Neuhausen im Spree-Neiße-Kreis.

Die Firma Aeroheli mit Sitz am Neuhausener Flugplatz hat mittlerweile zwei Helikopter in die Waldbrandregion geschickt. Ein Ende des Einsatzes sei noch nicht abzusehen, sagt Dirk Franzke, einer von zwei Geschäftsführern der Aeroheli GmbH. Von der schwedischen Regierung sei bereits angefragt worden, wie lange die beiden Piloten und der Techniker der Neuhausener Firma bleiben könnten, sagt Franzke. Geflogen werde 16 Stunden am Tag – so lange ist es derzeit in Schweden hell, ein Glück für die Brandbekämpfer.

Der Einsatz sei alles andere als alltäglich, sagt der Aeroheli-Chef. Erfahrungen haben die Piloten und das Unternehmen trotzdem. In der Vergangenheit sei Aeroheli auch auf dem Balkan im Einsatz gewesen, um bei Waldbränden zu helfen – nicht das einzige Betätigungsfeld der Neuhausener Firma. Kontrollbefliegungen, Flugschulungen, Filmflüge, Hubschrauberverkauf und -wartung, Vermessungsflüge, Transportflüge, Montageflüge – die Liste der Angebote ist lang. Elf Hubschrauber hat die Firma dafür, nicht alle davon stehen in Neuhausen, erklärt Franzke. Einige seien im Ausland stationiert. Seit 1992 hat die Aeroheli ihren Sitz in der Lausitz, vor neun Jahren haben Franzke und Kompagnon Jan Dammes das Unternehmen eigenständig gemacht.

Rund ein halbes Dutzend Firmen gebe es in Deutschland, die Brandbekämpfung per Hubschrauber anbieten, sagt Franzke. Einige davon hätten allerdings feste Verträge mit anderen Ländern, sodass nur wenige spontan auf Hilfegesuche wie den aus Schweden reagieren könnten. Auch beim Brand in Lieberose zu Beginn des Monats, der einige Tage lang die Feuerwehren der Region in Atem gehalten hatte, seien zwei Hubschrauber startbereit gewesen, angefordert worden seien sie jedoch nicht, so Frankzke.

In Schweden arbeiten die Aeroheli-Piloten gemeinsam mit vier Hubschraubern aus Schleswig-Holstein und Bayern sowie einer Maschine der litauischen Armee gegen die Brände an. Auch Feuerwehren aus Deutschland sind mittlerweile im Norden Europas zugange, 52 Kameraden aus dem Kreis Nienburg (Niedersachsen) sind bereits am Sonntag mit neun Fahrzeugen in Schweden eingetroffen, hatte das niedersächsische Innenministerium am Montag mitgeteilt. Am Mittwoch werden laut schwedischem Fernsehen zwei weitere Löschflugzeuge aus Portugal in der Region erwartet. Innenminister Morgan Johansson sagte, es sei unklar, ob Schweden wegen des schlimmen Waldbrands in Griechenland mit mindestens 50 Toten auf internationale Hilfe verzichten müsse. Die Ressourcen der EU müssten natürlich da zum Einsatz kommen, wo sie am meisten gebraucht würden. Zumindest aber auf Hilfe aus der EU beim Kampf gegen die Waldbrände kann Johansson bauen.