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Lausitzer Freilandeier trotz Stallpflicht

Die EU bestimmt, ob das Ei ein Freilandei ist.
Die EU bestimmt, ob das Ei ein Freilandei ist. FOTO: dpa
Cottbus. Markus Herche geht gerne einkaufen und achtet auf regionale Produkte. "Neulich habe ich an einem Gemüsestand vor dem Kaufland Freilandeier gesehen. Andrea Hilscher

Ist das Etikettenschwindel oder kommen die aus Sachsen?" Schließlich gelte in Brandenburg seit Wochen allgemeine Stallpflicht wegen der Vogelgrippe. Auch andere Leser wundern sich über vermeintliche Freilandeier auf den Märkten der Umgebung.

Eine RUNDSCHAU-Nachfrage ergab: In Cottbus werden tatsächlich noch immer Eier aus Freilandhaltung angeboten, obwohl diese derzeit verboten ist Sylvia Vogt, Sachbereichsleiterin für Lebensmittelüberwachung beim Landkreis Spree-Neiße, klärt auf: "Es gibt eine EU-Verordnung, die den Anbietern von Freilandeiern eine Karenzzeit einräumt." Nach Einführung einer Aufstallungspflicht können Produzenten ihre Eier noch zwölf Wochen als "Freilandei" deklarieren, erst danach müssen sie auf diese Einordnung verzichten.

Sylvia Vogt: "In Brandenburg müssten demzufolge die ersten Eierproduzenten ab Anfang Februar ihre Eier umdeklarieren und mit ,Bodenhaltung' markieren. Für die Anbieter bedeutet das allerdings deutliche Einbußen.

Bio-Eier (erkennbar an dem aufgedruckten Code 0 auf dem Ei) kosten beim Bio-Händler pro Stück 40 bis 50 Cent, bei gehobenen Supermärkten zwischen 30 und 40 Cent, beim Discounter teils nur 23 Cent. Eier aus "normaler" Freilandhaltung (Code 1) kosten zwischen 20 und 30 Cent, Eier aus Bodenhaltung bereits nur noch 10 bis 20 Cent. Sylvia Vogt: "Ich weiß, dass die Händler schon jetzt darauf drängen, die Karenzzeit zu verlängern, damit sie weiter Freilandeier anbieten können." Die Stallpflicht, so Vogt, werde jedenfalls noch einige Zeit bestehen bleiben.

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