| 14:18 Uhr

Sturmtief Xavier
Lausitzer Feuerwehren sind weiter im Sturm-Dauereinsatz

Nach dem Sturmtief Xavier dauern die Aufräumarbeiten vielerorts an.
Nach dem Sturmtief Xavier dauern die Aufräumarbeiten vielerorts an. FOTO: Carmen Jaspersen / dpa
Cottbus. Es ist der dritte Tag in Folge, doch für die Feuerwehren der Lausitz gibt es weiter kein Verschnaufen. Nach dem Sturmtief Xavier gibt es immer noch viel Aufzuräumen. Und neue Gefahren? Von Bodo Baumert

Über 1200 Einsätze am Donnerstag, über 1200 Einsätze am Freitag – und auch am Samstagmittag summiert sich das Einsatzaufkommen für die Feuerwehren der Region schon wieder auf über 300. Das berichtet die Leitstelle Lausitz am Samstagmittag gegenüber der RUNDSCHAU. Bis zum Abend rechne man erneut mir und 1000 Einsätzen, so die Einsatzleitung.

Nach wie vor sind es Bäume und große Äste, die auf Straßen und Schienen stürzen und so zur Gefahr werden. Teils waren diese in anderen Bäumen verkeilt oder brechen erst jetzt nach den heftigen Böen vom Donnerstagabend. Schwerpunkt der Einsätze ist weiterhin Dahme-Spreewald, aber auch der Spree-Neiße-Kreis.

Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) hatte am Freitag bereits vor weiteren Schäden gewarnt. Äste von Bäumen könnten noch herabstürzen. Rehe und anderes Wild könnte zudem wegen umgestürzter Wildzäune ungehindert über die Fahrbahnen wechseln. Landesweit seien Straßenwärter dabei, Warnschilder aufzustellen und Zäune wieder aufzurichten. Angesichts der erheblichen Schäden sollten die Aufräumarbeiten mehrere Tage dauern. Mit Straßensperrungen aus Verkehrssicherheitsgründen sei am Wochenende weiter zu rechnen.

Wegen Schäden durch Sturmtief „Xavier“ bleiben die Schlossgärten in Berlin und Brandenburg bis mindestens Montag geschlossen. Es gebe „erhebliche Schäden“, sagte ein Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten am Freitag. Die Forstverwaltungen empfehlen, die Wälder derzeit nicht zu betreten. Auch der Cottbuser Spreeauenpark bleibt bis Sonntag geschlossen.

„Xavier“ war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) einer der schlimmsten Stürme der vergangenen Jahrzehnte. Er war am Donnerstag vor allem über den Norden und Osten Deutschlands hinweggefegt. In Brandenburgstürmte er mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 122 Stundenkilometern am heftigsten.

Bei dem Sturm sind im Land Brandenburg vier Menschen ums Leben gekommen. Drei wurden von umgestürzten Bäumen und herumfliegenden Ästen in ihren Autos getötet. Ein Mann wurde am Donnerstag von einem Baum erschlagen, als er gerade Äste von einer Straße wegräumen wollte.

Bei Goyatz (LDS) war ein Feuerwehrmann bei den Aufräumarbeiten am Donnerstag schwer verletzt worden. Der 32-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht. Bei notwendigen Sägearbeiten hatte sich aufgrund der Spannungen ein etwa ein Meter langes Baumstück gelöst. Es flog durch die Luft und traf den Feuerwehrmann am Rücken.