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| 20:58 Uhr

Waldbrände und Fehlalarme
Lausitzer Feuerwehren rund um die Uhr im Einsatz

In der Leitstelle werden in Einsätze der Feuerwehren koordiniert.
In der Leitstelle werden in Einsätze der Feuerwehren koordiniert. FOTO: Frank Hilbert
Cottbus. Der Alltag der Feuerwehrleute in der Lausitz ist anstrengend – auch wenn nicht wochenlang sengende Hitze herrscht. Doch derzeit sind sie rund um die Uhr nahezu ohne Atempause im Einsatz. Von Verena Ufer

„Wir brauchen unbedingt endlich mal wieder Regen“, sagt Hauptbrandmeister Lutz Freudenberg von der Leitstelle Lausitz am Mittwochabend gegenüber der RUNDSCHAU. „Das würde die Lage ein bisschen entspannen“, fügt der Lagedienstführer hinzu. Temperaturen fast täglich über 30 Grad erhöhen die Brandgefahr in den Brandenburger Wäldern enorm.

In den Abendstunden brennt es am Mittwoch noch auf 2000 Quadratmetern Wald bei Drebkau. „Aber die Kameraden haben das Feuer unter Kontrolle“, so Freudenberg. Feuerwehrleute aus der Lausitz leisteten, wie er sagt, bis zum Nachmittag auch Hilfe bei der Bekämpfung eines Waldbrandes auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Baruth (Teltow-Fläming).

Gegen 17 Uhr loderten Flammen in einem 400 Quadratmeter großen Waldstück im Bad Liebenwerdaer Ortsteil Ziegelhäuser (Elbe-Elster). Bei Calau-Settinchen (Oberspreewald-Lausitz/OSL) musste eine Brandstelle vom Vortag abgelöscht werden. „Auch bei bei Liese-Bluno war das notwenig“, setzt Lutz Freudenberg die Aufzählung der Brand-Einsätze aus den vergangenen Stunden fort. Zwischen Waldbränden müssen die Kameraden auch zu „normalen“ Einsätzen ausrücken: zu Ödlandbränden, ein Traktor ist zu löschen, eine Gartenlaube, Müll in einem Cottbuser Wohngebiet. . .

Was den Einsatzkräften aber ganz besonders schwer zu schaffen macht, ist in der nun schon lange andauernden Dürreperiode die zunehmende Zahl von Fehlalarmen. „Die Waldbrandzentrale in Wünsdorf meldet eine Rauchentwicklung, unsere Fahrzeuge fahren raus und finden nichts“, schildert Schichtführer Freudenberg. Allein sechsmal ist das an diesem Mittwoch geschehen. „Zumeist stellt sich heraus, dass ein Traktor oder ein Mähdrescher eine riesige Staubwolke aufgewirbelt haben“, erläutert Freudenberg.

Für die Mitarbeiter der Waldbrandzentralen – es gibt insgesamt sechs im Land Brandenburg – ist es in diesen Tagen oft schwer auseinanderzuhalten, ob die Kamerabilder Brand- oder Staubwolken zeigen.

Brandenburg ist das bundesweit am stärksten von Waldbrand gefährdete Bundesland. Das liegt an den sandigen Böden, einem eher trockenen Klima und dem hohen Anteil an Kiefernwäldern. Und leider wird sich auch der Wunsch von Lutz Freudenberg nach einer längeren Regenzeit nicht erfüllen. Bis auf einige Gewitterschauer vielleicht soll es auch in den nächsten Tagen in der Lausitz warm und trocken bleiben.