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| 21:40 Uhr

Gefahren durch Trockenheit
Die Lausitz ist extrem im Hitze-Stress

 Wegen der Gefahr von Astbrüchen sind bei Koblenz schon Wanderwege gesperrt. Denn wegen Wassermangels gestressten Bäume können die Spannung in den Ästen nicht mehr aufbauen. Äußerlich sattes Grün kann brechen. Davor warnt jetzt auch der Landesbetrieb Straßenwesen an Brandenburger Verkehrswegen.
Wegen der Gefahr von Astbrüchen sind bei Koblenz schon Wanderwege gesperrt. Denn wegen Wassermangels gestressten Bäume können die Spannung in den Ästen nicht mehr aufbauen. Äußerlich sattes Grün kann brechen. Davor warnt jetzt auch der Landesbetrieb Straßenwesen an Brandenburger Verkehrswegen. FOTO: dpa / Thomas Frey
Cottbus. Brandenburgs Landesamt für Straßenwesen warnt vor spontanen Astbrüchen der Bäume an Verkehrsadern. Der Wasserhaushalt der Natur ist angespannt. Das birgt Gefahren. Auch im Senftenberger See wird das Wasser gefährlich knapp. Von Kathleen Weser

Die Lausitz leidet unter der Hitze und der langanhaltenden extremen Trockenheit. Die Straßenbäume sind inzwischen so stark gestresst, dass grüne Äste abbrechen können. Das bestätigt Cornelia Mitschka, Sprecherin des Landesbetriebes Straßenwesen Brandenburg. Kronenteile und stärkere Äste können spontan bersten – vor allem von älteren Bäumen. Wegen der unzureichenden Wasserversorgung lässt der Zelldruck in den Ästen nach, das Holz verliert die notwendige Spannung, völlig gesunde und belaubte Äste geben nach. „Das ist nicht vorhersehbar, kann also auch im Zuge der regelmäßigen Baumkontrollen nicht entdeckt und damit auch nicht vermieden werden“, warnt Mitschka vor spontanen Astbrüchen.

Der Lausitzer Wasserhaushalt ist angespannter denn je. Gut 30 Millionen Kubikmeter Wasser fehlen der Natur. Und bei weiter sinkenden Pegeln wird es bereits schwierig, die wichtigsten Abflüsse zu stabilisieren. Die Talsperren Bautzen und Quitzdorf (Sachsen) helfen mit Wasserabgaben. Denn auch der Senftenberger See hat nur noch einige Zentimeter bis zum kritischen Punkt, an dem der Wasserstand nicht weiter sinken darf, damit die unsanierte Insel des Alttagebaus nicht ins Rutschen kommt. Dies war bei Niedrigwasser im vergangenen Jahr geschehen. Die Lage ist ernst: „Auch wenn keine aktive Abgabe aus dem Senftenberger See in die Schwarze Elster erfolgt, kann das Speicherbecken durch Verdunstung Wasservolumen verlieren“, sagt Thomas Frey, Sprecher des brandenburgischen Landesumweltamtes.

 Die Badenden finden Abkühlung im Senftenberger See - hier am Niemtscher Strand. Doch die Idylle trügt. Der Wasserstand sinkt. Dabei wird kein Wasser in die Elster abgeführt. Die Verdunstung ist groß. Der See muss einen Grenzwasserstand halten, damit die Insel nicht ins Wanken kommen kann.
Die Badenden finden Abkühlung im Senftenberger See - hier am Niemtscher Strand. Doch die Idylle trügt. Der Wasserstand sinkt. Dabei wird kein Wasser in die Elster abgeführt. Die Verdunstung ist groß. Der See muss einen Grenzwasserstand halten, damit die Insel nicht ins Wanken kommen kann. FOTO: Steffen Rasche