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| 13:02 Uhr

Update
Lausitz 2030: Schub für den Strukturwandel

Energieregion. Wissenschaftsstandort, Bauhaus der Architektur? Wie sehen die Perspektiven für eine Lausitz 2030 aus?
Energieregion. Wissenschaftsstandort, Bauhaus der Architektur? Wie sehen die Perspektiven für eine Lausitz 2030 aus? FOTO: dpa / Federico Gambarini
Cottbus. Um Perspektiven für die Lausitz geht es in dieser Woche bei zahlreichen Veranstaltungen. Den Auftakt macht eine Konferenz an der BTU. Von Bodo Baumert

„Lausitz 2030: Wissenschaft, Forschung und Kultur“ – so lautet da Motto einer Konferenz, die am Montag an der BTU in Cottbus begonnen hat. Mehr als 150 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Forschungslandschaft werden erwartet. Ziel der Konferenz ist die Erarbeitung einer Lausitzstrategie für die Bereiche Wissenschaft, Forschung und Kultur. Diese soll dann zum Teil einer Landesstrategie werden, die derzeit vom Lausitzbeauftragten der Landesregierung Klaus Freytag erarbeitet wird.

„Mit der Konferenz wollen wir der Strukturentwicklung in der Lausitz einen weiteren Schub geben“, sagt Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD). Die Region habe sich gut entwickelt. daran gelte es jetzt anzuknüpfen. „Die BTU, Forschungsinstitute, Wirtschaftsunternehmen und Kultureinrichtungen in der Lausitz spielen eine Schlüsselrolle bei der weiteren erfolgreichen Entwicklung der Region. Dabei wollen wir die begonnene Verzahnung von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft weiter ausbauen und den Wissenstransfer verstärken“, so die Ministerin.

Der Bautzener Landtagsabgeordnete Marko Schiemann (CDU) mahnt derweil schnellere Entscheidungen über die Zukunftsinvestitionen in der Lausitz an. „Es muss jetzt gehandelt werden, damit die wirtschaftliche Entwicklung der Lausitz nicht verspielt wird. Außerdem müssen die Menschen eine Planungssicherheit haben.“

Vorschläge für die Zukunft der Region gibt es reichlich. Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hat einige davon kürzlich im Interview mit der RUNDSCHAU formuliert: „Die Lausitz hat die einmalige Chance, zu einer Modellregion für Deutschland und die Welt zu werden, in der neue Forschungs- und Entwicklungsstrukturen entstehen können, vielleicht sogar ein neues Bauhaus für nachhaltige Architektur.“

Der scheidende Brandenburger Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) sieht die Zukunft der Region ebenfalls in der Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft: „Das Thema Energietechnik und Energieforschung ist ein klarer Schwerpunkt der BTU. Das ist auch hilfreich bei unserem Bemühen, weitere Wissenschaftseinrichtungen etwa zum Thema Speicherforschung in die Lausitz zu holen.“

Der CDU-Oppositionsführer im Brandenburger Landtag, Ingo Senftleben, will einen „Zukunftspakt“ für die Lausitz: „Zum Beispiel hat sich ja Cottbus beim Branchenverband Bitkom als „Digitale Stadt“ beworben. Diese Bewerbung hat leider nicht geklappt – aber Cottbus hat in seinem Konzept viele wirklich gute Ideen vorgestellt. Ich fände es gut, wenn statt der Bitkom nun das Land Cottbus bei der Umsetzung helfen würde. Es liegt ja dort alles auf dem Tisch.“

Immer wieder geht es um die Ansiedlung eines Fraunhofer-Instituts in Cottbus. Was soll das bringen?

Lausitz 2030? Unter diesem Thema hat auch die RUNDSCHAU vor drei Jahren schon einmal über Perspektiven für die Region beraten. Zahlreiche Experten sind in Gastbeiträgen zu Wort gekommen.

Karl Heinz Tebel, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide GmbH, etwa forderte einen virtuellen „Lausitz-Vorstand“, der ein „Standortprojekt“ aufs Gleis setzen sollte.

Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, riet: Investieren an den richtigen Stellen - das ist der Schlüssel für die Lausitz.

FDP-Kommunalpolitiker Jürgen Türk empfahl: „BTU muss Motor und Denkfabrik der Region werden“.

Ex-BTU-Präsident, Walther Ch. Zimmerli, gab zu Bedenken: „Wie die Lausitz 2030 aussehen wird, hängt von uns selbst, von der Art und Weise ab, wie wir mit Möglichkeiten umgehen.“ Treiber des Wandels werde die BTU sein.

Joachim Ragnitz vom Ifo-Insitut riet: „Die Unternehmen müssen Strategien entwickeln, das künftig noch vorhandene Arbeitskräftepotenzial weit besser zu nutzen als bisher.

„Deutsche Energiepolitik und Strukturwandel in der Lausitz“ sind auch am Montagabend Thema einer Podiumsdiskussion in Cottbus. Der Wirtschaftsrat der CDU Südbrandenburg erwartet unter anderem den parlamentarischen Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsministerium, Thomas Bareiß (CDU), und den Cottbuser Oberbürgermeister, Holger Kelch (CDU). Los geht es um 18.30 Uhr im Radisson Blu-Hotel.

Die Landtagsfraktion der Grünen trifft am Dienstag zu externen Sitzung in Cottbus zusammen. Thema auch hier: „Wie lässt sich der Strukturwandel erfolgreich gestalten und steuern?“

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie tagt am Dienstag ebenfalls in Cottbus. Zu ihrer Lausitzkonferenz im Lindner Congress Hotel werden unter anderem die Ministerpräsidenten Brandenburgs und Sachsens, Dietmar Woidke (SPD) und Michael Kretschmer (CDU), erwartet.

Die Kohle-Kommission der Bundesregierung begibt sich derweil auf „Revierfahrt“. Erster Halt ist am Montag Halle.