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Laubst
Laubster Kirche unter der Haube

In Laubst wurde gestern  eine neue Haube auf den Kirchturm gesetzt. Die Kirche soll zukünftig auch als Begegnungsstätte genutzt werden.
In Laubst wurde gestern eine neue Haube auf den Kirchturm gesetzt. Die Kirche soll zukünftig auch als Begegnungsstätte genutzt werden. FOTO: Marion Hirche / Hirche Marion
Laubst. Der Kirchturm wurde gestern wieder mit einem Dach gekrönt.

Am Dienstag fand im Drebkauer Ortsteil Laubst eine Krönungszeremonie statt. Diese rührte Horst Schulze zu Tränen: „Ich stamme aus Sorau. Nachdem wir unsere Kirche dort verloren haben, habe ich mir geschworen, dass ich nie wieder eine Kirche verlieren will. Deshalb ist das heutige Aufsetzen der Haube auf den Kirchturm etwas Besonderes. Ich erlebe nun zum zweiten Mal den Erhalt unseres Laubster Gotteshauses.“ Der 81-Jährige hatte die Kirche schon mal in den 70ziger Jahren gerettet. „Da brannte es im Kirchturm und ich war der einzige im Dorf, die anderen waren alle auf dem Feld. Mit dem Feuerlöscher habe ich die Flammen eingedämmt und so die Kirche gerettet. Danach wurde eine neue Haube aufgesetzt und nun ist das heute das zweite Mal, dass eine neue Haube rauf kommt. Das ist einfach bewegend.“ So wie der Senior das Anheben der Haube bis auf die sanierten Kirchturmmauern miterlebte, ging es den vielen Zuschauern bei diesem besonderen Ereignis. Zu denen die Tränen verdrückten, gehörten auch die Laubster Ortsvorsteherin Ute Schmidt und Birgit Skorna vom Gemeindekirchenrat. „In den letzten fünf Jahren haben wir öfter mal ans Aufgeben gedacht, weil es nicht mehr weiter ging. Aber im Oktober 2014 kam dann die erlösende Nachricht, dass Fördermittel über das Leader-Programm möglich sind. Für uns ist das ein besonderer Tag“, betonten beide beim Haubeaufsetzen.

Möglich wurden die Fördermittel auch durch die Idee „Kirche Plus“. Dahinter verbirgt sich  die Nutzung der Kirche als Begegnungsstätte. Neben dem normalen kirchlichen Alltag wird es hier auch Lesungen, Konzerte geben, ja sogar die Fastnacht soll hier gefeiert werden. Geboren wurde diese Idee  durch das fünfjährige gemeinsame Wirken zur Wiederbelebung des Gotteshauses. Vor 60 Monaten galt es noch als einsturzgefährdet. Dann wurde das Dach neu gedeckt und dabei dann die Idee geboren, die Kirche wieder zu nutzen und zwar vielseitig. Der Traditionsverein Eiche Laubst, die Jagdgenossenschaft, die Kirchengemeinde und viele andere begrüßten „Kirche Plus“. Diesem Vorhaben sind sie nun den entscheidenden Schritt vorangekommen. Pfarrer Robert Marnitz verkündete stolz: „Der Laubster Kirchturm hat seine Haube wieder.“ Zusammen mit Superintendentin Ulrike Menzel und Sabine Gärtner vom Landeskirchlichen Bauamt schlugen sie den letzten nötigen Nagel ein. Zimmermann Jens Pannasch vom Zimmereibetrieb Harald Rösch Holzbau und Bedachungs GmbH Groß Düben verlas den Richtspruch und am Nachmittag wurde noch die Turmspitze mit Wetterfahne aufgesetzt. In der Hülse in der Spitze wurde auch eine aktuelle Lausitzer Rundschau gelegt.

Das Hochhieven des kupfernen Kirchturmdaches verfolgten viele Einwohner der Stadt Drebkau und aus der Region. „Ich bin mit den Enkeln  Max und Ben hier, damit sie so was mal miterleben. Das gibt es ja nicht alle Tage“, war von Ursula Quegwer aus Drebkau zu erfahren. Auch ihre Tochter Anja war dabei. Guido Kleine –Möllhoff und Carolin Wolff aus Cottbus verfolgten zusammen mit ihren Töchtern das Geschehen und der Drebkauer Stadtverordnetenvorsteher Paul Köhne war ebenfalls mit seinen Kindern aus Auras gekommen.

Nur Dietmar Paßora vom Gemeindekirchenrat dachte in dem Moment dieses Erfolges an die Arbeit, die jetzt noch kommt: „Das Projekt hat über 600 000 Euro gekostet, 75 Prozent sind davon durch das Leader-Programm gefördert worden. Jetzt müssen wir noch abrechnen und das dauert noch über ein Jahr.“