Alle gemeinsam betreiben eines von brandenburgweit 13 Unternehmen, die sich am Junior-Programm des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln beteiligen. Sie bewerben sich damit als einziges Cottbuser Team um die Titel Landes-, Bundes- oder Europa-Sieger. „Die Schüler gründen ein für ein Schuljahr befristetes Unternehmen und vermarkten ihre Geschäftsidee“ , erklärt Heidrun Gohr, Fachlehrerin für Wirtschaftswissenschaften und Rechnungswesen. Die Geschäftsidee sei das Bedrucken und Bemalen von Schirmen, sagt Gregor Jatzlauk. Ganz gleich ob Regen- oder Sonnenschirme, ob Bildmotive, Symbole, Schriftzüge oder Leuchtstreifen, alles werde gemäß der Kundenwünsche aufgetragen. Tolle Dekorationen für Abi-Bälle oder Hochzeiten würden so möglich. Mit Leuchtstreifen am Schirm könne allerdings auch bei Schmuddelwetter Unfällen von Kindern vorgebeugt werden.
Für den Unternehmens-Namen Laschirmanie habe neben dem Produkt das Französische Pate gestanden. „Das klingt einfach gut“ , meint Gregor Jatzlauk schmunzelnd.
Vordringlich sei zu Beginn die Beschaffung des notwendigen Eigenkapitals, erzählt Heidrun Gohr. 90 Anteilsscheine für je zehn Euro ergeben ein Eigenkapital von 900 Euro. 85 seien bereits verkauft. Damit müsse gewirtschaftet werden. „Spenden dürfen wir nicht annehmen“ , betont die Lehrerin.
Produktion, Materialbeschaffung, Verkauf, Marketing und Verwaltung gehören zu den wirtschaftlichen Prozessen, die die Schüler in ihrem eigenen Unternehmen praxisnah erproben. Lohnzahlungen, das Abführen von Steuern und Sozialabgaben gehören ebenso zum Geschäftsalltag wie die Einberufung von Hauptversammlungen und die Erstellung eines Geschäftsberichts zum Unternehmensalltag.
Zum Schuljahresende müsse dann das Junior-Unternehmen aufgelöst, ein Jahresabschluss erstellt und das Restkapital zuzüglich der Dividende an die Anteilseigner ausgezahlt werden.
Das Projekt ermögliche es den Schülern auszuprobieren, „wie Wirtschaft wirklich funktioniert“ , sagt Schulleiter Fritz-Rudolf Holaschke. Mit RUNDSCHAU-Geschäftsführer Frank Lüdecke sei zudem ein fachkundiger Berater aus der Wirtschaft gewonnen worden. Auch ein erster Auftrag sei bereits eingegangen.
Jeden Mittwoch, 14 Uhr, trifft sich das Team. Das Malerkabinett im OSZ wird zum Produktionssaal. Schirme müssen (nach umfassenden Preisvergleichen) eingekauft, Flyer und Plakate gedruckt werden. Und Löhne werden gezahlt. 60 Cent pro Stunde bekommen die Mitarbeiter, 70 Cent die Leiter. Auch wenn erst vier Wochen Erfahrung mit dem Projekt hinter den Schülern liegen, kann Gregor Jatzlauk bereits über positive Auswirkungen berichten. Der Unterricht sei seitdem deutlich praxisbezogener. Außerdem habe er „gelernt, in wirtschaftliche Zusammenhänge reinzublicken“ und eine Ahnung davon bekommen, wie es ist, „selbst ein Unternehmen zu gründen und zu führen“ . Auch der Teamgeist werde gefördert. „Jeder hat seine konkrete Aufgabe zu erfüllen“ , sagt der Schüler und Vorstands-Chef, „und muss sich dabei an die Regeln halten“ .
Kontakt mit den Juniorunternehmern und Auftragserteilung sind möglich unter Telefon 0170 6279540 oder per E-Mail unter la-schirmanie@gmx.de .