| 18:09 Uhr

Langfingern das Handwerk legen

Manchmal wird es Einbrechern einfach zu leicht gemacht.
Manchmal wird es Einbrechern einfach zu leicht gemacht. FOTO: dpa
Cottbus. Zu einem Informationsabend "Dem Einbrecher einen Schritt voraus – Prävention, Information, Beratung" lädt die Cottbuser Polizei heute Abend um 19.30 Uhr ins Piccolo-Theater.

Mit einer Lesung aus ihren Büchern soll die bekannte Cottbuser Krimiautorin Franziska Steinhauer die Besucher auf das Thema "Kriminalität" einstimmen. Die RUNDSCHAU hat im Vorfeld mit der Autorin gesprochen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine Veranstaltung gemeinsam mit der Präventionsabteilung der Polizei durchzuführen?
Steinhauer Als im vergangenen Jahr eine Vertreterin der Stadt Cottbus mit der Anfrage auf mich zukam, gefiel mir die Idee sofort. Die Verknüpfung von fiktiven Texten zum Thema Einbruch mit Informationen zur Prävention ist für die Besucher der Veranstaltung ein hoffentlich interessanter und spannender Mix.

Gab es da früher schon einmal eine Zusammenarbeit?
Steinhauer Bisher noch nicht - aber ich würde mich freuen, wenn wir bei Gelegenheit wieder eine gemeinsame Aktion planen können.

Was planen Sie genau bei der Lesung im Piccolo-Theater?
Steinhauer Die Besucher erhalten Informationen zur Sicherung ihrer vier Wände. Ich steuere Geschichten über fiktive Einbrüche bei, die in Kurzkrimis eine Rolle spielen. Die Art des Vorgehens meiner Figuren ist durchaus auch ungewöhnlich, ihre Motive nicht in jedem Fall alltäglich.

Wovon handeln Ihre Kurzgeschichten, die Sie dort vorstellen werden?
Steinhauer In einer Geschichte werden Einbrecher bemerkt und man geht gegen sie vor, ein anderes Mal erleben die Einbrecher selbst eine böse Überraschung …

Wie nah sind Ihre Kriminalromane und Kurzgeschichten an dem Thema dran, wie authentisch sind sie?
Steinhauer Meine Geschichten sind fiktiv, aber die Ereignisse könnten so oder so ähnlich stattgefunden haben. Ich versuche, in meinen Kriminalromanen möglichst nah an der Realität zu bleiben - wobei atemberaubende Wendungen natürlich immer möglich sind. Grundsätzlich liegt der Schwerpunkt meiner Romane und Kurzgeschichten auf gesellschaftlichen Fehlentwicklungen, wie zum Beispiel die zunehmende Selbstbezogenheit der Menschen, Materialismus, Einsamkeit und "mörderische Lösungsansätze" für private Probleme.

In welcher Form werden die Polizei und die Zuhörer bei der Lesung eingebunden?
Steinhauer Wir werden zwischen Information und Unterhaltung abwechseln. Im zweiten Teil des Abends steht die Frage "Ist Ihr Zuhause sicher?" im Zentrum. Natürlich gibt es Raum für die Beantwortung alle Fragen zum Thema, die aus dem Publikum gestellt werden. Durch die Kurzkrimis werden die Informationen in einen erlebbaren Kontext gehoben und verstärkt.

Was versprechen Sie sich von dieser neuen Form der Präventionsarbeit? Glauben Sie, dass die Zuhörer dadurch sensibilisiert werden, was das Thema Einbruch- und Brandschutz anbelangt?
Steinhauer Im Rahmen meines Studiums an der BTU habe ich auch Vorlesungen zum Thema Brandermittlung besucht. Am ersten Abend nach Vorlesungsschluss gingen alle Teilnehmer nach Hause und überprüften die Inhaltsstoffe der Putzmittel unter der Spüle auf brennbare Substanzen, checkten die Kabel der Elektrogeräte im Haushalt, und noch am selben Wochenende installierten wir Brandschutzmelder. Je mehr man zum Thema Einbruch oder Brandschutz erfährt, desto stärker wird man sensibilisiert. Vielleicht gerade durch eine fiktive Geschichte, die zeigt, welche Überraschungen einen erwarten können. So wirft man hoffentlich nach der Veranstaltung einen Blick auf die Sicherung von Türen und Fenstern, beschließt vielleicht, eine andere Verriegelungstechnik zu wählen . . .

Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht Einbruch- und Brandschutz?
Steinhauer Da die Aufklärungsquote bei Einbrüchen erschreckend niedrig ist, spielt Prävention natürlich eine große Rolle. Denn am besten ist, wenn der Einbrecher gar nicht hineingelangt.

Mit Franziska Steinhauer

sprach Rüdiger Hofmann.

Zum Thema:
2015 startete die Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße mit der Stadt ein Netzwerk, das Einbrecher abschrecken soll. Das Netzwerk "Zuhause sicher" ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der Bürger für die Wichtigkeit von Einbruchschutz und Brandschutz sensibilisieren möchte. Polizei, Stadtverwaltung, Handwerksbetriebe, Feuerwehr, Versicherer, Weißer Ring und das Versorgungsamt haben sich darin zusammengeschlossen. Die Beratungsstelle Prävention der Polizeiinspektion ist am Bonnaskenplatz 2 in Cottbus zu finden.