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Landschaft – einer Königin würdig

Doreen Goethe, Gert Streidt und Simone Neuhäuser (v.l.) präsentieren das Symbol für ein königliches Gartenjahr.
Doreen Goethe, Gert Streidt und Simone Neuhäuser (v.l.) präsentieren das Symbol für ein königliches Gartenjahr. FOTO: Angelika Brinkop
Cottbus. Baustellenatmosphäre herrscht derzeit auf dem Gutshof im Branitzer Park. Soll sich doch das Besucherzentrum im September im neuen Gewand zeigen. Ida Kretzschmar

Im Park aber hat bereits der Frühling die Lichter angezündet. An einem Spätsommerabend soll er im romantischen Schein von Hunderten farbigen Öllämpchen erstrahlen, so wie ihn auch Fürst Pückler gern für seine Gäste illuminiert hat, verrät Gert Streidt. Immerhin geht es darum, die Landschaft, die der geniale Landschaftsgestalter modellierte, in diesem Jahr königlich zu präsentieren, so der Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz bei der gestrigen Vorstellung des Jahresprogramms. Eine Ausstellung, die ab Mai die Saison über zu sehen sein wird, ist Königin Augusta von Preußen gewidmet, die 1864 für einen Tag der Einladung des Fürsten Pückler folgte. Sehnsüchtig hatte er den Besuch mehrere Jahre lang vorbereitet. Und auch für diese 2017-er Reverenz an die Königin wurden die Salons in Branitz jahrelang herausgeputzt. Zwar waren Könige häufiger in Branitz, aber Augusta war die einzige Königin, die bislang den Park betreten hat, weiß Stiftungs-Kustodin Simone Neuhäuser.

Selbst das Gartenfestival steht diesmal unter dem Motto "Pückler und die Königin" berichtet die Geschäftsführerin von pool production Doreen Goethe. Gleichzeitig starten am 28. Mai die Branitzer Parkläufer zum 3. Pyramidenlauf, damit Pücklers Rennbahnleidenschaft ihre Ehre erweisend. Der Förderverein Fürst Pückler in Branitz engagiert sich wieder für einen "Verlorenen Ort", in diesem Jahr für den Nachguss eines historischen Kandelabers am Parkeingang Cottbuser Torhaus, berichtet Fördervereinsvorsitzender Bernhard Neisener.

Einen spannungsreichen Bogen von Pücklers künstlerischer Landschaftsgestaltung zur Bergbaufolgelandschaft, die Lausitz im Wandel zeigend, schafft eine Schau ab November. In der neuen ständigen Ausstellung im Besucherzentrum aber stehen die Meister der Landschaft: Fürst Pückler und Carl Blechen im Zentrum. Der Abenteurer Pückler, immer nah dran an technischen Neuheiten, war am 9. Oktober 1816 zu einer Ballonfahrt aufgebrochen. Kurz hinter Potsdam blieb der Ballon in einem Baum hängen. Der Fürst aber schwärmte noch lange von dem Naturschauspiel. Was die Besucher der Ausstellung bald nachvollziehen können: mit einem Ballon über dem Branitzer Park - mitten in einem Film.

Zum Thema:
8. April bis 16. Juli: Die Gärten Peter Joseph Lennés zwischen Schlesien und Pommern, Sonderausstellung im Marstall14. Mai bis 31. Oktober: Augusta von Preußen. Die Königin zu Gast in Branitz, korrespondiert mit einer Ausstellung über Pückler in Babelsberg. 26. bis 28. Mai: Das Gartenfestival Park & Schloss Branitz lädt in die historische Schlossgärtnerei ein. 27. August: Spielplanpräsentation des StaatstheatersSeptember: Eröffnung des neu gestalteten Besucherzentrums mit der Ausstellung "Meister der Landschaft: Fürst Pückler und Carl Blechen"17. November bis 30. April: Die Ausstellung "Bergbaufolgelandschaften. Lausitz im Wandel" präsentiert großformatige Fotografien.2./3. Dezember: Branitzer Park-Weihnacht