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| 20:33 Uhr

Am 22. April 2018
Super-Wahlsonntag in Brandenburg

Cottbus/Potsdam. Sechs der 14 Landräte werden neu gewählt, dazu vier Bürgermeister im Süden. Von Christian Taubert

Brandenburg steht vor einem Super-Wahlsonntag: In sechs der 14 Landkreise können mehr als 700 000 Einwohner am 22. April neue Landräte wählen. Im Süden geht es in Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster an die Wahlurnen. Hinzu kommen Bürgermeisterwahlen in Drebkau, Forst, Guben und Schipkau.

Mit Spannung wird dabei erwartet, wie die etablierten Parteien in den Landkreisen abschneiden werden – auch mit Blick auf die 2019 anstehende Landtagswahl. Bislang regiert in den zur Wahl stehenden Nord-Kreisen dreimal die SPD, den Süden dominiert dagegen die CDU. Für den Potsdamer Politikwissenschaftler Professor Jochen Franzke ist es dennoch zu früh, um aus dem Abschneiden der Parteien am Sonntag einen Stimmungstest für 2019 abzuleiten. „Beide Wahlen spielen sich auf verschiedenen Ebenen ab“, erklärt Franzke gegenüber der RUNDSCHAU. „Einen Trend mag es geben. Aber mit einer Prognose bin ich sehr vorsichtig.“ Dafür sei die Landtagswahl zu weit entfernt und die Zeit politisch viel zu schnelllebig.

Während überregional mit Spannung vor allem das Abschneiden der AfD erwartet wird, weil die Rechtspopulisten bei der Bundestagswahl in Brandenburg gut 20 Prozent erzielt hatten, betont Franzke: „Das ist eine Persönlichkeitswahl.“ Es werde sich zeigen, welche Kandidaten überzeugen können. Einschnitte in die bisherige Verteilung der Landräte sind für den Vorstand des Kommunalwissenschaftlichen Instituts der Universität Potsdam durchaus möglich. „Aber die Kreise sind dem Bürger einfach zu weit weg, um dass er massenhaft zur Landratswahl geht“, betont Franzke mit dem Verweis darauf, dass eine Mehrheit der Stimmen nicht ausreicht. Der Kandidat müsse auch die Unterstützung von 15 Prozent aller Wahlberechtigten erhalten.

Bei vielen Landratswahlen seit Einführung der Direktwahl 2010 waren Kandidaten an dem Mindestquorum gescheitert. Nach einer Statistik des Landeswahlleiters wurden bislang nur zwei Mal Kandidaten im ersten Wahlgang gewählt, drei Mal entschied die Stichwahl. In neun Fällen aber mussten trotz Wahl und Stichwahl letztlich die Kreistage entscheiden.