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| 19:08 Uhr

Finanzspritze für Prestigeobjekt
Land gibt 10,7 Millionen Euro für Cottbuser Gründerzentrum

Auf dem Gelände der inzwischen abgerissenen alten Schwimmhalle am Campus der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) soll ein Gründerzentrum entstehen.
Auf dem Gelände der inzwischen abgerissenen alten Schwimmhalle am Campus der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) soll ein Gründerzentrum entstehen. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Mit 10,7 Millionen Euro übernimmt das Land Brandenburg 90 Prozent der Gesamtkosten für den Bau des Cottbuser Gründerzentrums am BTU-Campus. Von Daniel Schauff

Solche Summen sind selten: 10,7 Millionen Euro hatte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) quasi im Gepäck, als er am Dienstag ganz in der Nähe seiner alten Wirkungsstätte, der BTU, auf GWC-Chef Torsten Kunze, die amtierende BTU-Präsidentin Christiane Hipp, den Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) und den Chef der Stadtverordnetenversammlung Reinhard Drogla (SPD) traf. Nahezu der gesamte Bau des künftigen Gründerzentrums lässt sich mit der Finanzspritze aus der Landeskasse finanzieren – 13,7 Millionen Euro kostet das Prestigeprojekt, entstehen wird es am Standort der ehemaligen Schwimmhalle am BTU-Campus. Die marode Halle ist bereits abgerissen, wo jetzt noch Wüstenöde herrscht, sollen bald die Ideen sprudeln. Rund 5000 Quadratmeter Fläche stehen dafür dann zur Verfügung.

Ziel ist es, künftig Büroflächen im Gründungszentrum günstig zur Verfügung zu stellen für so genannte Start-ups, Unternehmensgründungen. Die Nähe zur BTU ist dabei durchaus von Vorteil, das hatte Steinbach bereits in seiner Zeit als Präsident der Universität betont und unterstreicht das auch am Dienstag im Stadthaus. Das Gründerpotenzial an der BTU sei vorhanden, es gebe allerdings noch Luft nach oben. Mit dem Zentrum könne es gelingen, junge angehende Unternehmer zu motivieren und in der Region zu halten. Auch Kunze sieht das so. Das Grundstück der ehemaligen Schwimmhalle ist allein schon deshalb die weit bessere Variante fürs Gründerzentrum, betont er. Lange hieß es, das ehemalige Oberstufenzentrum an der Werbener Straße sei die Immobilie der Wahl – bis ein genauerer Blick aufs Gebäude gleich mehrere Nachteile offenbarte: der Umbau des Ex-OSZ wäre unverhältnismäßig teuer, spätere Eingriffe nahezu unbezahlbar. Zudem ist das Grundstück zu klein für die notwendigen Parkplätze. Das hatte Kunze im April dieses Jahres erklärt, als ihm bereits eine Fördermittelzusage aus Potsdam über fast acht Millionen Euro vorlag und als der Termin für den Baustart bereits gekommen war. Gut ein halbes Jahr später folgt nun Anlauf Nummer zwei auf einem Grundstück, das die Stadt zunächst an einen privaten Bauunternehmer verkauft, die GWC dann zurückgekauft hat.

Nun sieht es so aus, dass sich das Risiko eines Neubaus, das nicht zuletzt auch die Stadtverordneten mit ihrer Zustimmung eingegangen sind, mehr als auszahlt. Zu 90 Prozent fördert das Land den Bau, auch deshalb, weil neben preiswerten Büroflächen für Jungunternehmer sämtliche Wirtschaftsförderungsstrukturen unter einem Dach vereint werden sollen: Die Cottbuser Wirtschaftsförderer der EGC, Zukunft Lausitz als Gründernetzwerk, die Wirtschaftsförderung Brandenburg mit ihrer Cottbuser Außenstelle und die Wirtschaftsregion Lausitz – ein Rundum-Sorglos-Paket für Absolventen, die nach der Uni mit ihrem eigenen Unternehmen durchstarten wollen. Die Nähe zur Uni sei dabei für viele besonders wichtig, so Steinbach.