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| 01:04 Uhr

Lama Balu fühlt sich nur mit Lucie wohl

Dass Lamas spucken ist allgemein bekannt, doch wussten Sie auch, dass diese Tiere in Südamerika als Haustiere gehalten werden? Viel Wissenswertes über Lamas, aber auch über Jungfernkraniche und Kamele, erzählte Tierinspektor Lutz Robel gestern beim RUNDSCHAU-Tierpark-Gespräch. Von Mareen Mallon

Ein etwas schüchterner, piepsender Jungfernkranich betritt die Bühne. Während er von den Besuchern beobachtet wird, pickt er genüsslich Mehlwürmer, die ihm eine Pflegerin zuwirft. Als erstes Tier wird er von Tierinspektor Lutz Robel vorgestellt. „Am 18. Mai schlüpfte dieses Jungtier. Da er noch so jung ist, ruft es nach seinen Eltern“ , erklärt er die Geräusche des Jungfernkranichs. Bis auf wenige Regionen sind diese Tiere rund um den Erdball verbreitet. Im Cottbuser Tierpark gibt es ein siebenjähriges Kranichpaar. Jedes Jahr ziehen sie mehrere junge Kraniche heran, die dann an andere Tierparks weitergegeben werden. „Wir können nie den gesamten Nachwuchs behalten, deswegen wird jedes Tier registriert“ , erklärt Robel den weißes Ring am Fuß des Jungtiers. Das Geschlecht könne man nicht feststellen, bis die Tiere ausgewachsen sind. Deswegen wird per DNS- Analyse bestimmt, ob das Tier männlich oder weiblich ist. Dies sei wichtig um planen zu können, wo welches Tier später einmal hingeschickt wird. Die Kraniche können richtig alt werden: Bis zu 55 Jahre, erzählt Lutz Robel.
Danach betreten die Lamas Balu und Lucie die Bühne. „Weil der Hengst ziemlich unruhig war, haben wir ihm eine Stute zur Seite gestellt“ , so Lutz Robel. Als Herdentiere sind Lamas das Alleinsein nicht gewohnt. Angst zu haben, dass die Tiere jemanden anspucken, brauch jedoch keiner. „Sie spucken nur, wenn sie sich bedroht fühlen“ , erklärt Robel und fügt hinzu: „Das geschieht meist beim Kampf zweier Hengste um ein Weibchen. Deswegen braucht niemand einen Sicherheitsabstand zum Gehege zu halten, aus Angst das Lama würde ihn anspucken.“ Lamas werden in Südamerika als Nutztiere gehalten. „Sie vereinen Eigenschaften mehrerer europäischer Nutztiere: ihr Fleisch ist genießbar, sie geben Milch und ihr Fell wird als hochwertige Wolle gehandelt“ , sagt Robel. Sogar eigens für die Wollproduktion gezüchtete Lamas gibt es. Diese können jedoch nur alle zwei Jahre geschoren werden. „Das Fell wächst einfach langsamer nach als bei Schafen“ , so Robel.
Nachdem die Lamas wieder in ihr Gehege geschlendert sind, betritt ein ähnlich imposantes Tier die Bühne: die Kameldame Daria. Am 19. März erblickte sie das Licht der Welt. „Kommen Sie einem Kamel nie zu nahe, wenn es schlecht gelaunt ist, denn dieses Tier kann in jede Richtung treten“ , erzählt Lutz Robel. Dass sich im Höcker des Kamels Wasser befindet, ist im Übrigen bloß ein Gerücht. Die Höcker sind lediglich Fettablagerungen, die dem Tier in schlechten Zeiten Kraft zukommen lassen. Außerdem berichtet Lutz Robel, dass diese Tiere wahre „Säufer“ sind: „So ein Kamel kann in zehn Minuten bis zu 130 Liter Wasser saufen.“