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| 18:48 Uhr

Wasserspaß verursacht hohe Kosten
Freizeitbad Lagune Cottbus braucht einen langen Sommer

Ein heißer Sommer im Außenbereich des Sport- und Freizeitbades Lagune: Sören (12) wagt und genießt den Sprung ins kühle Naß.
Ein heißer Sommer im Außenbereich des Sport- und Freizeitbades Lagune: Sören (12) wagt und genießt den Sprung ins kühle Naß. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Trotz guten Wetters bleiben die Besucherzahlen im Cottbuser Freizeitbad hinter denen des Vorjahres. Von Andrea Hilscher

Es war ein Sprung ins kalte Wasser: Als der damalige Lagune-Geschäftsführer Jens Hackbart vor rund einem Jahr seinen Abschied aus Cottbus verkündete, warf Unternehmensberater Ronald Kalkowski kurzerhand seinen Hut in den Ring. Er ist nun seit September vergangenen Jahres der Leiter des Sport- und Freizeitbades an der Sielower Landstraße. „Ich hatte mich vorher schon um das Marketing der Lagune gekümmert, daher kannte ich die Mitarbeiter und das Haus“, sagt Kalkowski. Dass er seitdem trotzdem jeden Tag Neues hinzulernt, gibt er gern zu. Eine Herausforderung. „Aber eine schöne“, stellt er weiter fest.

Perfekt zu diesem Neustart scheint das anhaltend gute Wetter in der Lausitz seit Mai zu passen. Die Besucherzahlen schnellen in diesem Supersommer doch bestimmt in die Höhe?

Nein, sagt Ronald Kalkowski, so einfach sei das Bädergeschäft nicht. Die Preiserhöhung Anfang Mai habe zu einem deutlichen Besucherrückgang geführt, ein Minus von zehn bis 15 Prozent sei zu verkraften. „Die Preiserhöhung war aber unumgänglich – die Betriebskosten sind einfach massiv angestiegen, außerdem waren wir im Vergleich zu anderen Freizeitangeboten zu preiswert“, erläutert der Lagune-Chef. Jetzt, im Juli, würden sich die Zahlen langsam wieder denen des Vorjahres angleichen. 2017 konnte die Lagune mit 198 000 Gästen ein Rekordjahr verzeichnen. „In den Sommerferien merken wir, dass viele Cottbuser im Urlaub sind. Dafür besuchen uns Feriengäste aus anderen Regionen.“ Spreewald-Touristen und Sachsen kämen, um das Bad zu testen. „Das Feedback ist sehr positiv“, erzählt Ronald Kalkowski sichtlich erfreut. Vor allem das Freibad sei ein deutliches Plus gegenüber anderen Anbietern.

Genau auf dieses Freibad zielen auch seine nächsten Aktivitäten. Die sonst übliche Schließzeit des Bades hat er von September auf August vorverlegt. Das Hallenbad ist ab dem 20. August geschlossen, die Sauna macht schon eine Woche früher zu. In dieser Zeit werden umfangreiche Wartungs- und Sanierungsarbeiten erledigt, die Küche wird komplett umgebaut. „Da wir auf einen langen Sommer hoffen, bleibt das Freibad in dieser Zeit geöffnet“, erklärt der Geschäftsführer. Ein provisorischer Nebeneingang führt die Gäste dann direkt ins Freiluft-Areal. Umkleidekabinen wird es nicht geben, Sanitärcontainer werden angemietet. „Wir wollen auch feste Toiletten bauen, haben aber bisher noch keine Handwerker finden können“, sagt Ronald Kalkowski.

Der Eintritt für das Freibad wird bei vier, ermäßigt drei Euro liegen. Ein dauerhaftes Angebot wird die Lagune daraus allerdings nicht machen. „Ein separater Freibad-Eingang ist einfach zu teuer. Drehkreuze, Anschluss ans Kassensystem, Trennzäune – die Investitionen sind einfach zu hoch.“

Aufgeschoben heißt allerdings nicht zwangsläufig aufgehoben. Die Lagune ist mit ihren zehn Jahren in einem Alter, in dem man über eine generelle Neuausrichtung nachdenken muss. „Wir müssen mit der Konkurrenz Schritt halten und unser Angebot optimieren“, sagt der Geschäftsführer.

Froh ist er, dass er schon jetzt viele kleine, für den Besucher unsichtbare Änderungen umsetzen konnte. Das 2015 installierte Blockheizkraftwerk brachte schon im ersten vollen Nutzungsjahr eine Einsparung von 100 000 Euro. Jetzt wurde die Computersteuerung neu austariert, das soll weitere Einsparungen bei Fernwärme und Strom mit sich bringen. Einsparungen, die eventuell die Kosten der Wartungswochen wieder einspielen: Die regelmäßige Überholung von Elektrik und technischen Anlagen kostet die Lagune zwischen 40 000 und 50 000 Euro. 

Ein langer Sommer würde Ronald Kalkowski als tatsächlich das Geschäftsführer-Leben erleichtern. Vielleicht findet er dann endlich die Muße, auch selbst regelmäßig im Becken seine Bahnen zu ziehen. „Man nimmt es sich ja immer wieder vor, aber irgendwas kommt immer dazwischen“, bestätigt er.