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| 16:01 Uhr

Freizeit in Cottbus
Lagune tauscht das Wasser aus

 Ralf Fink und Ronald Kalkowski beraten miteinander über den Austausch des Wassers im Sportschwimmbecken der Lagune.
Ralf Fink und Ronald Kalkowski beraten miteinander über den Austausch des Wassers im Sportschwimmbecken der Lagune. FOTO: LR / René Wappler
Sportschwimmbecken der Cottbuser Lagune bleibt im Sommer für sechs Wochen geschlossen. Von René Wappler

Nicht zu warm, nicht zu kalt. Die drei Millionen Liter Wasser im Sportschwimmbecken halten eine Temperatur von 28,2 Grad Celsius. Egal, ob draußen Schnee fällt oder Sommerhitze auf die Köpfe knallt. Junge Männer feuern einander an. Ein Mädchen sitzt auf der Etage darüber und schaut hinunter auf die Badenden. Nebenan, hinter einer Tür, liegt das Büro des Geschäftsführers. Ronald Kalkowski kümmert sich um den Betrieb der Lagune.

Die Sommerhitze mag vielen Leuten noch weit entfernt vorkommen. Nicht jedoch dem Chef des Cottbuser Bades. Wenn sein Plan aufgeht, bleibt das Sportschwimmbecken vom 5. August bis 13. September geschlossen. In dieser Zeit wollen die Mitarbeiter das Wasser austauschen.

Mit dem technischen Leiter Ralf Fink bespricht Ronald Kalkowski alle Details. Einmal im Jahr nehmen die Fachleute im Schwimmbad eine Reparatur vor, wo immer es nötig erscheint. Mal dauert sie zwei Wochen, mitunter auch drei.

In diesem Sommer kommt der Austausch des Wassers hinzu. So haben es die Mitarbeiter der Lagune mit den Angestellten des Gesundheitsamtes vereinbart.

Der Chef des Bades sagt: „Nach zehn Jahren wird es mal wieder Zeit dafür.“

Wie der technische Leiter erklärt, wird das Team dafür einen Termin mit der Feuerwehr und der Lausitzer Wassergesellschaft – kurz: LWG – abstimmen. „Wir wollen das Wasser ja in die Kanalisation einleiten“, sagt Ralf Fink. „Die Feuerwehr wird anrücken, und die Leute von der LWG teilen uns mit, welche Kanalisation wir dafür nutzen können.“

Bei der Pressestelle der LWG arbeitet Marina Röwer. Sie sagt: „Im Grunde handelt es sich auch für uns um eine gute Sache, wenn das Wasser im Sportschwimmbecken ausgetauscht wird.“ Denn so bestehe die Chance, die Leitungen der LWG durchzuspülen. Allerdings sei dabei Sorgfalt nötig. „Sonst bringt das chlorhaltige Wasser in dieser enormen Menge die Biologie in der Kläranlage durcheinander“, gibt Marina Röwer zu bedenken.

Beim Austausch arbeiten die Feuerwehrleute mit Tauchpumpen, an denen sie Schläuche befestigen. Das erläutert der technische Leiter der Lagune. „Diese Schläuche werden zum nächsten Gulli verlegt“, sagt Ralf Fink. „Dann beginnt das Rauspumpen, das ungefähr drei Tage dauert.“

Sobald das Becken leer ist, folgt der nächste Arbeitsschritt. Dann besteht die Chance, Fliesen auszubessern, Silikonfugen zu ziehen und die Wendebrücke zu sanieren. Geschäftsführer Ronald Kalkowski erklärt: „Wir rechnen damit, dass Reparatur und Reinigung noch mal eine Woche in Anspruch nehmen werden.“

Schließlich füllen die Mitarbeiter das Becken wieder. Der technische Leiter erläutert: „Wir müssen genau auf die Temperatur achten.“  Wenn eiskaltes Wasser auf die Fliesen treffe, bestehe die Gefahr, dass sie sich lösen. Diese Lehre haben die Mitarbeiter vieler Schwimmbäder aus Fehlern der Vergangenheit gezogen, wie Ralf Fink sagt. Deshalb sei es wichtig, das Wasser vorzuwärmen.

Doch das genügt nicht. Denn Paragraf 37 des Infektionsschutzgesetzes schreibt vor: Das Wasser im Schwimmbecken müsse „so beschaffen sein, dass durch seinen Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit, insbesondere durch Krankheitserreger, nicht zu besorgen ist“. Das bedeutet: Eine Desinfektion gehört dazu. So lässt das Gesundheitsamt Proben des Wassers untersuchen und Protokolle dazu anfertigen. Ralf Fink sagt: „Erst wenn alles stimmt, können wir das Becken wieder freigeben.“ Die Hygiene-Auflagen für Schwimmbäder seien sogar strenger als für das Wasser aus der Leitung.

Die sechs Wochen nach den Sommerferien haben sich die Mitarbeiter der Lagune für den Tausch der drei Millionen Liter ausgesucht, weil dann der stärkste Besucherstrom abebbt. Geschäftsführer Ronald Kalkowski erläutert: „Das Freibad wollen wir in diesem Zeitraum komplett auflassen.“ Die Sauna und der Spaßbereich bleiben voraussichtlich in den ersten beiden Wochen geschlossen.

Pro Tag besuchen die Lagune im Durchschnitt 600 Badegäste, wie der Chef mitteilt. Vor allem an den Wochenenden sei das Schwimmbad ein beliebtes Ziel.